Echte Mehltaupilze an Ziergehölzen

Schadbild

Auf den Blättern aber auch an Trieben und Knospen bildet sich, je nach Pflanzenart, schon im Frühjahr ein mehl- oder spinnwebenartiger Belag. In einigen Fällen führt ein Befall auch zu Triebstauchungen und Absterbeerscheinungen von der Triebspitze her.

Am bekanntesten sind sicherlich der Echte Rosenmehltau und der Mehltau an Ahorn. Aber auch viele andere Gehölze können von Pilzen aus dieser Gruppe befallen werden.

 

Acer - Echter Mehltau

Acer - Echter Mehltau Fruchtkörper

Amelanchier - Echter Mehltau am Blatt

Amelanchier - Echter Mehltau an der Frucht

Euonymus - Echter Mehltau

Mahonia - Echter Mehltau

Quercus - Echter Mehltau

Rosa - Echter Mehltau

Erreger

Die große Gruppe der Echten Mehltaupilze umfasst viele verschiedene Arten. Jede Mehltauart ist auf eine bestimmte Wirtspflanze spezialisiert und kann sich nur von ihr ernähren.

So befällt beispielsweise der Mahonienmehltau nur Mahonien, jedoch nicht Feldahorn oder Fingerkraut. Eine Ansteckung zwischen verschiedenen Pflanzenarten ist daher in den meisten Fällen auszuschließen.

Oft wird der Befall nicht erkannt, da kaum sichtbare Schäden auftreten. Bei einigen Pflanzen kann es jedoch bei stärkerem Befall zu Wachstumsstockungen kommen, wie es bei Zieräpfeln oder Zierjohannisbeeren zu sehen ist.

Bekämpfung

Nach § 17 genehmigte Fungizide gegen Echten Mehltau an Ziergehölzen für den Einsatz auf "Flächen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind"

Stand Oktober 2017

Wirkstoff(e) Mittel Zulassungsnummer
Zulassungsende
Aufbrauchfrist Anmerkungen
Azoxystrobin Ortiva 024560-00
31.12.20
30.06.22 in Zierpflanzen bis 50 cm Höhe auf folgenden Flächen genehmigt:
öffentliche Parks und Gärten (ohne Spiel- und Liegewiesen)
Difenoconazol Score 024353-00
31.12.20
30.06.22

in Zierpflanzen im Freiland  bis 50 cm Höhe (ausgenommen Rosen) auf folgenden Flächen genehmigt:
öffentliche Parks und Gärten (ohne Spiel- und Liegewiesen),
Friedhöfe, Flächen in unmittelbarer Nähe  von Einrichtungen des Gesundheitswesens,

öffentlich zugängliche Gewächshäuser ohnen Höhenbegrenzung

Schwefel

Kumulus WG

052273-00
31.12.20

30.06.22

in Zierpflanzen auf folgenden Flächen genehmigt:
öffentliche Parks und Gärten (ohne Spiel- und Liegewiesen)
Tebuconazol Rosen-Pilzfrei Baymat

007626-00

31.08.20

28.02.22

Freiland, Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind: öffentliche Parks und Gärten, Grünanlagen in öffentlich zugänglichen Gebäuden (Innenraum), Sport- und Freizeitplätze, Friedhöfe, Flächen in unmittelbarer Nähe von Einrichtungen des Gesundheitswesens

Fläche für 48 Stunden absperren

 

Zugelassene Fungizide gegen den Echten Mehltau an Ziergehölzen im Öffentlichen Grün (Auswahl), die in Hessen einsetzbar sind, wenn die behandelten Flächen für 48 Stunden abgesperrt werden:

 

Stand Oktober 2017

Wirkstoff(e)

Mittel

Zulassungsnummer
Zulassungsende

Aufbrauchfrist

Anmerkungen

Azoxystrobin Ortiva 024560-00
31.12.20
30.06.22 zugelassen in Pflanzenbeständen bis 50 cm Höhe
Boscalid +
Kresoxim-methyl
Collis

025203-00
31.12.18

30.06.20

zugelassen in Pflanzenbeständen bis 50 cm Höhe

Difenoconazol Score 024353-00
31.12.20
30.06.22

zugelassen in Pflanzenbeständen bis 50 cm Pflanzenhöhe;
ausgenommen Rosen

Kaliumhydrogencarbonat VitiSan

007593-00
31.08.20

20.02.22 zugelassen im Freiland und im Gewächshaus ohne Höhenbegrenzung
Schwefel Kumulus WG

052273-00
31.12.20
30.06.22

keine Anwendung bei Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung;
Verträglichkeitsliste in der Gebrauchsanleitung beachten;

keine Höhenbegrenzung

Triadimenol +
Tebuconazol
Matador 024208-00
31.12.19
30.06.21 nur in Rosen bis 125 cm Höhe zugelassen
Trifloxystrobin Flint 024657-00
31.07.18
31.01.20

zugelassen im Gewächshaus und Freiland

keine Höhenbegrenzung

Kresoxim-methyl Discus

024331-00
31.12.16

30.06.18

nur in Rosen

Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung des Echten Mehltaus an Ziergehölzen im Haus- und Kleingarten sind in der Infothek Garten zu finden.

Wer sich über alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel informieren möchte, kann die Recherchemöglichkeiten der Pflanzenschutzmitteldatenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nutzen.