Gespinstmotte

Schadbild

Im Mai und Juni bilden hellgraue oder cremefarbene Larven auffällige Gespinste zwischen kahlgefressenen Zweigen von Pfaffenhütchen, Schlehe und anderen Ziergehölzen aus der Gattung Prunus. Auch an Weiß- und Rotdorn kann es zu Gespinstmottenbefall kommen, der jedoch meist schwächer ist als bei Pfaffenhütchen oder Schlehe.
In den durch schwarze Kotkrümel verschmutzten Gespinsten leben oft große Mengen der Larven, die sich bei Berührung der Gespinste schlängelnd bewegen.

 

Gespinstmotte - Larven an Euonymus

Gespinstmotte - Larven an Euonymus

Gespinstmotte - Falter

Gespinstmotte - Kokon und Larve

Gespinstmotte - Puppe

Schädling

Die Gespinstmotten sind kleine, helle Falter von ca. einem Zentimeter Länge. Die weißen Flügel sind auffällig schwarz gepunktet. An Laubgehölzen treten mehrere Arten auf, die alle zu einer Gattung gehören und sich im Aussehen und in ihrer Lebensweise kaum unterscheiden. Nach vollendeter Larvenentwicklung verpuppen sich die Tiere innerhalb des Gespinstes. Die Falter schlüpfen im Juli und legen ihre Eier an Zweigen ab. 
Die Junglarven überstehen den Winter unter einer schützenden Sekretschicht. Im Frühjahr beginnen sie dann mit ihrer Fraßtätigkeit. 

Bekämpfung

Nach § 17 genehmigte Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Gespinstmottenlarven an Ziergehölzen für den Einsatz auf "Flächen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind"

Stand: Juli 2017

Wirkstoff(e)

Mittel

Zulassungsnummer
Zulassungsende

Aufbrauchfrist

Anmerkungen

Bacillus thuringiensis
subspecies aizawai
XenTari 024426-00
31.12.17
30.06.19

auf folgenden Flächen genehmigt:
Grünanlagen in öffentlich zugänglichen Gebäuden (Innenraum), öffentlich zugänglichen Gewächshäusern

XX004: Das Gewächshaus ist für 24 h nach der Anwendung mit einem gut sichtbaren Warnschild zu kennzeichnen, das über die erfolgte Pflanzenschutzmittelanwendung informiert und eine Berührung der Pflanzen aufgrund der Pflanzenschutzmittelanwendung untersagt.

 

Zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen freifressende Schmetterlingslarven an Ziergehölzen im Öffentlichen Grün (Auswahl), die in Hessen einsetzbar sind, wenn die behandelten Flächen für 48 Stunden abgesperrt werden:

Stand: Juli 2017 

Wirkstoff(e)

Mittel

Zulassungsnummer
Zulassungsende

Aufbrauchfrist

Anmerkungen

Bacillus thuringiensis
subspecies aizawai
XenTari 024426-00
31.12.17
30.06.19

Einsatz unmittelbar nach Raupenschlupf,
bevor sich Gespinste bilden

Bacillus thuringiensis
subspecies kurstakii
Dipel ES 024080-00
31.12.21
30.06.23 gegen freifressende Schmetterlingslarven an Ziergehölzen,
ausgenommen Eulenlarven;
keine Höhenbegrenzung

Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Gespinstmottenlarven an Ziergehölzen im Haus- und Kleingarten sind in der Infothek Garten zu finden.

Wer sich über alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel informieren möchte, kann die Recherchemöglichkeiten der Pflanzenschutzmitteldatenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nutzen.