Beizung von Winterraps

Stand: 02.08.2018

Widerruf der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit den neonikotinoiden Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam zum 18. September 2018

Die Europäische Kommission hat entschieden, die Verwendung der drei neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam im Pflanzenschutz weiter einzuschränken. Pflanzenschutzmittel mit diesen Wirkstoffen dürfen nur noch in dauerhaft errichteten Gewächshäusern und zur Behandlung von Saatgut, das zur Ausbringung im Gewächshaus bestimmt ist, angewendet werden. Behandeltes Saatgut, welches für die Aussaat im Freiland vorgesehen ist, darf bis zum 18. Dezember 2018 ausgesät werden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Zulassungen von Pflanzenschutzmittel mit diesen drei neonikotinoiden Wirkstoffen überprüft. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die widerrufenen Zulassungen. 

Mit Lumiposa 625 FS (Wirkstoff Cyantraniliprole) in Polen gebeiztes und regulär dort zugelassenes Rapssaatgut darf nach Deutschland importiert und ausgesät werden. Aber: Bienentoxisch, systemisch. Zu beachten: Beizstäube nicht in Sägerate einbringen wegen Emmissionsrisiko in die Luft Bienenschäden sind möglich. Abdriftmindernde, mechanische oder luftunterstützte Sägeräte verwenden, die sichere Ausbringung in den Boden gewährleisten. Nicht bei Windgeschwindigkeit über 5 m/s. aussäen. Vorsorglich mindestens 2 Tage vor Aussaattermin Imker informieren, deren Bienenstände sich im Umkreis von 60 m befinden. Wirkung gegen Kohlfliege mittel, gegen Erdfloh gering.

 

ABER: Mit Neonicotinoiden in Polen per Notfallzulassung gebeiztes Rapssaatgut darf in Deutschland weder in Verkehr gebracht noch ausgesät werden.

 

Für die Rapsaussaat verbleiben weiterhin die fungiziden Beizen DMM (Dimethomorph) gegen Falschen Mehltau und TMTD (Thiram) gegen Auflaufkrankheiten allgemein.