Unkraut- und Ungrasbekämpfung in Zuckerrüben

Stand: 31.03.2018
Die Unkrautbekämpfung erfolgt im Zuckerrübenanbau grundsätzlich mit gezielten Behandlungen im Nachauflaufverfahren. 
Insbesondere bei Mulchsaaten kann jedoch die Altverunkrautung zu einem Problem werden, die vorher entfernt werden sollte.
Vor den Herbizidmaßnahmen in Rüben muss die Spritze absolut sauber sein, da Rüben z.B. nach Herbizidmaßnahmen in Getreide auf kleinste Mengen von Sulfonylharnstoffen oder Wuchsstoffen teilweise mit Absterben reagieren.
Eine Reinigung mit Produkten wie All clear extra (0,5 %), Agroclean (1%) oder Agro-Quick (2%) ist dann vorher zu empfehlen.

Reinigung auf dem Feld durchführen! 
Keine Reste in die Kanalisation oder Jauchegruben gelangen lassen!


Bekämpfung von Altverunkrautung
Anwendung bis zwei Tage vor der Rübensaat: Je nach Formulierung sind die glyphosathaltigen Präparate zur Entfernung der Altverunkrautung  (z.B.: Roundup Power Flex,  Roundup Rekord, Glyfos Supreme, Dominator 480 TF, Durano TF) und andere zugelassen. 
Die Wasseraufwandmenge sollte nicht über 200 l/ha liegen.

Zugelassene Produkte bis max. 5 Tage nach der Rübensaat: Roundup Turbo (1,6 kg/ha), Glyfos TF Classic (3,0 l/ha), Glyfos Supreme (2,4 l/ha), Dominator 480 TF / Purgarol TF (2,0-3,75 l/ha), Round up Power Flex (2,0-3,75 l/ha) u.a..
Saatgut darf noch nicht gekeimt sein!


Unkrautkontrolle im Nachauflauf

1. NAK-Behandlung: Keimblatt- bzw. im 1. Laubblattstadium der Unkräuter.
2. NAK-Behandlung: Nach Auflauf der nächsten Unkrautwelle, etwa 8-12 Tage später.
3. NAK-Behandlung: Zur Vermeidung einer Spätverunkrautung (Versiegelungsmaßnahme).

Zur Verhinderung einer Spätverunkrautung ist eine ausreichende Menge eines Bodenherbizides (z. B. Goltix Gold / Goltix Titan/ Metafol SC) mit Dauerwirkung in der 3. NAK notwendig. 
Bei Trockenheit und starker Wachsschicht ist der Anteil blattaktiver Herbizide zu erhöhen, bzw. ist ein Öl/Additiv zur Wirkungsverstärkung zuzusetzen.

Distelbekämpfung in Rüben
Ab Wuchshöhe von 10-20 cm der Distel mit einer gezielten Soloanwendung.
Präparate: Lontrel 720 SG (0,16 kg/ha), Cliophar 100 / Vivendi 100 (1,2 l/ha). Die Zumischung von Additiven ist möglich, z.B. 0,7 l/ha Hasten. Wüchsiges Wetter begünstigt die Wirkung. 


Erfahrungen aus den letzten Jahren
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es besonders bei langsamer Jugendentwicklung, beim Anbau blattärmerer Sorten und bei nicht ausreichendem Einsatz von Bodenherbiziden  zu stärkerer Spätverunkrautung kommt. Daher ist auf eine ausreichende Bodenwirkstoffmenge zu achten.
Je nach Größe der Unkräuter, der vorhandenen Wachsschicht und der Bodenfeuchtigkeit ist die Menge an blattaktivem Partner, der Zusatz eines Additivs oder das Bodenherbizid entsprechend anzupassen. Bei Trockenheit und starker Wachsschicht ist der Anteil blattaktiver Herbizide zu erhöhen, bzw. ist ein Öl/Additiv zur Wirkungsverstärkung zuzusetzen.


Einsatz von Betanal maxxPro
Ideal sind trockene Bestände mit ausreichender Luftfeuchtigkeit. Mindestens ein, besser zwei Tage abwarten nach Regen und Temperaturen bis max. 25°C. Kein Einsatz bei Frost und starken Temperaturschwankungen Tag/Nacht von mehr als 15-20°C.


Hinweis zum Einsatz chloridazonhaltiger Präparate  
Rebell Ultra (insgesamt max. 2,5 l/ha) ist ausschließlich im Nachauflauf anzuwenden. Die zusätzlichen Auflagen sind zu beachten.


Hinweise zur Auflage NG343 (Wirkstoff Quinmerac)
Pro Jahr dürfen nicht mehr als 250 g/ha des Wirkstoffes Quinmerac ausgebracht werden. Somit ist die Kombination von  Rebell Ultra mit Goltix Titan in entsprechenden Mengen nicht möglich.

Anwendungsverbot für chloridazonhaltige Herbizide z. B. Rebell Ultra auf sandigen Böden

Konkrete Bekämpfungshinweise mit Beispielen