Schädlingsbekämpfung in Leguminosen

Während der Auflaufphase kann der Blattrandkäfer die Leguminosen durch Buchtenfraß an den Blättern sowie durch Fraß an den Knöllchenbakterien schädigen, was zu einer reduzierten Fixierung von Luftstickstoff führt.
Bei entsprechendem Befall sollte ein Pyrethroid eingesetzt werden.

Zur Blüte können sich  Blattläuse negativ auswirken. Häufig treten sie in Erbsen gemeinsam mit dem Erbsenwickler auf.
In diesem Fall hat sich die Tankmischung Karate Zeon (75 ml/ha) + Pirimor (200g/ha) bewährt. Blühende Pflanzen, bzw. Pflanzen, die von Bienen beflogen werden, sollten nicht mit einer Insektizidmischung behandelt werden.
Grundsätzliches zur Mischung von Insektiziden: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist darauf hin, dass Tankmischungen mehrerer Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Insektizide zum Schutz von Bienen nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden sollten, auch wenn die Mischungspartner als bienenungefährlich eingestuft sind. Mehr.

In Ackerbohnen muss rechtzeitig ab der Blüte auf die Schwarze Bohnenlaus geachtet werden, die schnell große Kolonien bilden kann.
Zunehmend fällt auch Befall durch den Ackerbohnen- und Erbsenkäfer auf, wenn Löcher in den Samen entdeckt werden und Käfer mit ins Saatgut gelangen. Verursacht wird der Schaden zu Beginn der Hülsenbildung, wenn der Käfer seine Eier an die jungen Hülsen ablegt. Von dort aus bohrt sich die Larve in die Hülse und frisst sich in die wachsenden Samen ein. Insektizidanwendungen helfen hier wenig. Vorbeugend wirken eine gute Feldhygiene, möglichst durch Pflugfurche sowie weite Abstände zu letztjährigen Leguminosenfeldern.

Die Keimlinge von Sojabohnen sind durch die Larve der Bohnensaatfliege gefährdet. Verstärkt tritt dieser Schädling auf Lössböden auf. Besonders bei nasskalter Witterung und zu tiefer Saat sind relevante Schäden möglich. Auch die Raupen des Distelfalters können Sojabohnen massiv schädigen.
Ab Anfang Juni ist mit einem oft nesterweisen Auftreten zu rechnen. Die Blätter rollen sich durch die Fraßtätigkeit ein und es finden sich grün-schwarze Kotreste auf den Blättern.
Die Raupen sind schwarz mit gelben Seitenstreifen.
Als Schadschwelle gelten ca. 20 Raupen je laufenden Meter oder ein bis zwei Befallsherde pro Ar.

Präparate zu Schädlingsbekämpfung in Leguminosen (Auswahl) (Stand: 11.01.2017)

Aufwandmenge g,ml/ha
Präparate
Wirkstoff g/l/kg
Wirkstoffklasse
(nach IRAC)
Erbsen

Ackerbohnen

Lupinen Soja-bohnen Bienen-
schutz*
Wartezeit
(Tage)
Anwen-dungen
je Jahr
Erbsen-
blattlaus
Erbsen-
wickler,
Blattrandk.
Erbsenk.
Erbsen-gallmücke Schwarze
Bohnenlaus

Blattrand
käfer,

Bohnen-käfer

Blattrand-
käfer,

beißende,
saugende
Insekten

Blattrand-
käfer,

beißende,
saugende
Insekten

Pirimor
Granulat

Pirimicarb 500 1A
300 - - 300 - - - B4 35 2
Karate Zeon
Lambda- Cyhalothr. 100 3A
75 75 75 75 75 75 75** B4 7/35 2
Trafo WG
Lambda-
Cyhalothrin 50 3A
150 150 150 150 150 150 - B4 7 2

Shock Down
Lambda-
Cyhalothrin 50 3A

150 150 150 - 150 - - B2 25 2

Kaiso Sorbie

Lambda-
Cyhalthrin 50 3A

150 150 150 150 150 - - B4 7 1

*B4-Auflage: Bienenungefährlich; B2-Auflage: Nur nach Beendigung des tägl. Bienenfluges bis 23 Uhr.
**Wartezeit in Sojabohnen: 35 Tage.