Hinweise zur Krautabtötung

Stand: 13.07.2018

Die Krautabtötung ist  im intensiven Kartoffelanbau ein gängiges Verfahren um:

  • bei wüchsigen Bedingungen die Bildung von Übergrößen zu vermeiden, die schlecht vermarktbar sind
  • die Größensortierung zu steuern
  • die Qualität zu sichern
  • den Erntetermin zu regulieren

Die Maßnahme sollte frühestens mit beginnender Abreife der Kartoffel erfolgen. Die Kartoffelbestände sind dabei regelmäßig auf die Bildung von Übergrößen zu kontrollieren und bei entsprechendem Wachstum ist recht­zeitig die Krautabtötung der Bestände vorzunehmen.

Starke Laubbildung kann Probleme bei der Krautabtötung bereiten. Deshalb bietet die Kombination aus Schlegeln und nachfolgender Spritzung, bzw. einer Splitting-/Doppelbehandlung Vorteile.

  • Zwischen Krautabtötung und Ernte sollten ca. drei Wochen vergehen (Abreife der Kartoffeln im Boden, Schalenfestigkeit). Es ist besonders auf eine gute Schalenfestigkeit zu achten, um spätere Erkrankungen und Fäulnis im Lager zu minimieren
  • In Konsumkartoffeln, Kombination aus mechanischen und chemischen Verfahren:
    1. Krautschlägeln, dann 1-2 Tage später Reglone 2,5 l/ha, Shark 1,0 l/ha oder Quickdown 0,8 l/ha + Toil 2,0 l/ha.
    oder rein chemisch
    - Reglone 2,5 l/ha (schnelle Wirkung, Wiederaustrieb möglich)
    - Shark 1,0 l/ha (gute Wirkung gegen Stängel, Blätterdach sollte geöffnet sein)
    - Quickdown 2 x 0,8 l/ha im Abstand von 4-7 Tagen.
    - vor allem in krautreichen Sorten Kombination aus
    - Vorlage Reglone 1,5-2,5 l/ha zum Öffnen des Blätterdaches
    und 2-5 Tage später
    - Nachlage mit Quickdown 0,8 l/ha + Toil 2,0 l/ha oder Shark 1,0 l/ha
    zur Stängelabtötung und Verhinderung des Wiederaustriebes
  • In Pflanzkartoffeln entweder ebenfalls Kombination aus Schlegeln und Nachbehandlung oder
    - Reglone 2 x 2,5 l/ha im Abstand 3-5 Tagen
    - Vorlage Reglone 2,5 l/ha (in Kombination mit Shirlan), etwa 2-5 Tage später Shark 1,0 l/ha oder Quickdown 0,8 l/ha + Toil 2,0 l/ha
  • Hohe Wasseraufwandmenge 300-800 l/ha je nach Präparat erforderlich, deshalb Betauung am frühen Morgen ausnutzen!
  • Auf Wiederaustrieb achten!
  • Zur Verhinderung von Spätinfektionen durch Phytophthora ist der Zusatz eines sporenabtötenden Mittels wie  Ranman Top oder Shirlan sinnvoll (besonders in Pflanzkartoffeln).
  • Bei großen Stresssituationen (starke Temperaturunterschiede, Wechsel zwischen feucht und starker Sonneneinstrahlung) und massivem Kraut kann zur Einleitung der Krautabtötung eine geringe Menge Reglone (0,2-0,5 l/ha) vorgelegt werden, um den Stress für die Pflanze zu veringern.

Präparate zur Krautabtötung