Krankheitsbekämpfung in Kartoffeln

Stand: 11.01.2017

Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule
Zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule stehen eine Reihe von Fungiziden zur Verfügung. Äußerst wichtig ist der rechtzeitige Einsatz der Fungizide und entsprechend der Witterung die Nachbehandlungen, da vor­handener Krautfäulebefall nur schwer abzustoppen ist. Die breite Fungizidpalette ermöglicht einen sinnvollen Wirkstoffwechsel, der zur Resistenzvorbeugung vorzu­nehmen ist.

Allgemeine Hinweise zur Bekämpfung von Kraut- und Knollenfäule

  • Krautfäulebekämpfung muss vorbeugend erfolgen.
  • regelmäßige Feldkontrollen auf Primärherde und Stängelbefall
  • systemische Präparate nur früh und maximal 2 x einsetzen, Resistenzgefahr!
  • bei teilsystemischen und systemischen Mitteln Spritzabstand von 10-12 Tagen einhalten, bei Kontaktfungiziden 7-10 Tage.
  • bei starkem Befallsdruck während der Hauptwachstumsphase Kombi­nation aus lokalsystemischem (100 %) und sporenabtötendem Mittel (100 % Shirlan/Carneol/Nando 500 SC/Terminus, Ranman Top).
  • gezielten Wirkstoffwechsel (siehe Tabelle) zur Resistenzvorbeugung vornehmen
  • Abschlussbehandlung mit Shirlan, Carneol, Ranman Top oder Canvas wegen der guten Wirkung gegen Knollenfäule vornehmen.
  • Wasseraufwandmenge nicht unter 300 l/ha, besser 400 l/ha.

Stoppspritzung zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule
Wird erster Krautfäulebefall im Bestand festgestellt, muss schnell gehandelt werden, um eine epidemieartige Ausbreitung dieser gefährlichen Pilzkrank­heit zu verhindern.
Dazu sind Tankmischungen aus einem teilsystemischen und sporen­abtötenden Präparat im Abstand von 3-5 Tagen zweimal anzuwenden.

Beispiele zur Stoppspritzung (Kraut- und Knollenfäule)

Präparate zur Bekämpfung von Kraut- und Knollenfäule

Schema Bekämpfungsstrategie Krautfäule (Spritzfolge)


Bekämpfung von Alternaria
In den letzten Jahren ist örtlich zunehmend Befall durch die Alternaria-Blattdürre festzustellen. Die Pilzkrankheit kommt meist erst spät ab Ende Juli bis August in die Bestände, kann aber dann noch zu starken Schäden führen. Eine gute Nebenwirkung wird durch den Wirkstoff Mancoceb erzielt, der in den meisten Kartoffelfungiziden mit enthalten ist (alle Kontaktfungizide sowie die meisten teilsystemischen Fungizide). Dies hat sicherlich auch mit dazu beigetragen, dass die Krankheit nur selten stärker aufgetreten ist.

Speziell gegen Alternaria zugelassen sind:

  • Ortiva (Wirkstoff Azoxystrobin), 0,5 l/ha, max. 3 Anwendungen
  • Signum (Wirkstoffe Boscalid + Pyraclostrobin), 0,25 kg/ha, max. 4 Anwendungen.
  • Revus Top (Wirkstoffe Mandipropamid + Difenoconazol), 0,6 l/ha, max. 4 Anwendungen. (Geeignet als Kombinationspräparat gegen Krautfäule und Alternaria.

Die erste Behandlung muss vorbeugend, ca. 7-8 Wochen nach dem Auflaufen und eine zweite, ggf. eine dritte Behandlung ca. 10-14 Tage später (Warndienst/ Prognose beachten) erfolgen.
Eine Behandlung ist in der Regel nur bei späten Sorten und dort wo bereits Alternaria auftrat, empfehlenswert.
Eine Behandlung ist mit den Krautfäulepräparaten zu kombinieren und in die Spritzfolge einzugliedern.