Japankäfer (Popillia japonica)
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Japankäfer (Popillia japonica)
Der Blatthornkäfer Popillia japonica ist ein prioritärer Quarantäneschadorganismus der EU. Er spielt in seinem heimischen Ökosystem in Japan eine eher unauffällige Rolle. Vor etwa 100 Jahren wurde er jedoch in die USA eingeschleppt. Da dort natürliche Gegenspieler weitgehend fehlen, breitete er sich massiv aus und verursacht bis heute hohe ökonomische Verluste. Im Jahr 2014 reiste er vermutlich als „Tramper“ via Luftverkehr in die Lombardei (Italien) und verursacht dort seitdem gravierende Schäden. Im benachbarten Bundesland Baden-Württemberg wurde im November 2021 ein adultes Männchen des Japankäfers (Popillia japonica) in einer Pheromonfalle entdeckt.
Sein Nahrungsspektrum umfasst über 300 Pflanzenarten als Nahrungsgrundlage, darunter Weinreben, Mais, Apfelbäume, Obstbäume und andere Pflanzen. Der erwachsene Käfer ernährt sich von Blättern, Blüten und Früchten. Markant ist der Skelettierfraß, bei dem der Käfer nur das Blattgewebe zwischen den Blattadern frisst. Die Larven entwickeln sich im Boden und ernähren sich von Wurzeln.

Aktuelle Situation in Hessen
2025
Der Pflanzenschutzdienst Hessen hat im Rahmen des Monitorings schon seit mehreren Jahren in ganz Hessen ein Netz an spezifischen Fallen etabliert – nicht nur wegen des Japankäfers, sondern auch wegen anderer Schädlinge. Nach dem Fund weniger einzelner Japankäfer im August 2025 bei Trebur wurde diese Überwachung intensiviert und die Anzahl der Fallen im Umkreis von einem Kilometer stark erhöht.
Auf Grundlage des Auftretens des Japankäfers wurde auf dem Gebiet der Gemeinde Trebur ein abgegrenztes Gebiet, bestehend aus Befallszone und Pufferzone, eingerichtet. Innerhalb dieses ausgewiesenen Gebiets müssen Maßnahmen zur Bekämpfung und Verhinderung der Ausbreitung des Japankäfers durchgeführt werden.
Geoportal des Kreises Groß-Gerau: Themenkarte "Japankäfer"
Das Regierungspräsidium Gießen, Pflanzenschutzdienst Hessen hat hierzu eine Allgemeinverfügung veröffentlicht. Die Auflagen und Maßnahmen der Allgemeinverfügung sind im Aktionsplan Japankäfer Hessen erläutert und in der Präsentation anschaulich dargestellt. Hier sind die Maßnahmen, die in der Befallszone sowie in der Pufferzone gelten, eingehender erläutert.
2026
In Trebur im Landkreis Groß-Gerau sind am Montag, 15. Juni fünf männliche Japankäfer in einer vom Pflanzenschutzdienst Hessen aufgestellten Falle gefunden worden. Aktuell wird geprüft, ob Maßnahmen zur Bekämpfung eingeleitet werden müssen oder nicht.
Wie man den Japankäfer erkennt
Der adulte Popillia japonica ist 8 - 11 mm lang. Das Halsschild des Japankäfers schimmert auffällig goldgrün. An jeder Körperseite befinden sich unterhalb der Flügeldecken, die fünf markante weiße Haarbüschel sowie zusätzlich zwei Büschel am letzten Körpersegment.
Achtung, Verwechslungsgefahr!
Der Japankäfer ist dem heimischen Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) sehr ähnlich. Der Gartenlaubkäfer besitzt im Gegensatz zum Japankäfer jedoch keine weißen Haarbüschel. Der Japankäfer zeigt darüber hinaus ein spezielles Alarmverhalten, wodurch er gut von anderen Käfern zu unterscheiden ist: Er spreizt ein Beinpaar seitlich ab.
Helfen Sie mit!
Beim Verdacht auf einen Befall setzen Sie sich mit dem Pflanzenschutzdienst Hessen in Verbindung. Verdächtige Käfer sollten in einem verschlossenen Röhrchen/Gläschen gesichert der Behörde zur exakten Bestimmung übergeben werden. Zudem sind das Datum des Fundes sowie der genaue Fundort zu nennen.
Weitere Informationen und Bilder zum Japankäfer:



