09.05.2022 |

Pflanzenschutztipp vom 9. Mai 2022 (Kopie 1)

Apfelgespinstmotte

In den vergangenen Jahren war der Befall mit der Apfelbaumgespinstmotte teils sehr stark und in bekämpfungswürdigem Umfang, so wurde es z.B. in einigen Streuobstwiesen und Gärten dokumentiert. Derzeit sind die Raupen geschlüpft und beginnen mit der Gespinstbildung. Auch in den Sträuchern und in Heckenpflanzen wie z.B. der Felsenbirne und dem Weißdorn waren die Gespinstbildenden Raupen in auffälligem Maße aufgetreten. Diese Schmetterlingsraupen bilden dichte und teils große Nester aus Gespinstfäden und darin fressen sie bevorzugt die Blätter ab. Kleinere Nester sollten (zumindest bei kleinen Bäumen) mit der Schere umgehend entfernt werden. 

Zur Behandlung: Für den Raum Bad Vilbel und Südhessen wird noch bis zum 11.5. die Behandlung mit einem BT-Präparat empfohlen. Für Mittel- und Nordhessen endet der empfohlene Bekämpfungszeitraum etwa zum 13. 5. Die Bekämpfung sollte nun zeitnah erfolgen, da die Raupen noch sehr klein sind und die Gespinstbildung gerade erst begonnen hat. Sobald das Gespinst sehr dicht wird, ist eine Behandlung mit BT nicht mehr wirksam.

Herr Fischbach vom hess. Pflanzenschutzdienst empfiehlt, dass bei der Behandlung und in den folgenden Tagen die Lufttemperatur bei mindestens 15 °C liegen sollte, damit die Raupen genügend Wirkstoff über den Blattfrass aufnehmen können. Zudem darf das Blatt nicht nass sein und nach der Behandlung sollte es mind. 3 Stunden nicht regnen. Da der Wirkstoff lichtempfindlich ist, darf die Ausbringung nicht bei direkter Sonneneinstrahlung erfolgen.

Derzeit kann man auch verschiedene Blattläuse im Apfelbaum finden, siehe dazu den Newsletter vom 20.04.22.

Schädlinge an Buchsbaum

Im Buchsbaum findet man nun wieder die grünen Raupen des Buchsbaumzünslers vor. Es gibt verschiedene Bekämpfungsmöglichkeiten um einem Kahlfraß der frischen äußeren Triebe vorzubeugen. Es können Präparate auf Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis ausgebracht werden. Wirksam ist dieses Präparat besonders bei den kleineren Raupen, es handelt sich hierbei um ein Fraßinsektizid, welches über das Blatt von der Raupe aufgenommen wird und im Magen- Darm-Trakt der Raupe wirkt. Die großen Raupen, die kurz vor der Verpuppung stehen, fressen in der Regel nicht mehr ausreichend für eine gute Wirkung. Die Raupen können auch abgesammelt werden oder Hecken und Solitärgehölze können während der Flugzeit des Falters mit Gemüseschutznetzen abgedeckt werden. Auch die Vogelwelt hat sich auf den Neuankömmling eingestellt und einzelne Vögel suchen mittlerweile gezielt im Buchsbaum nach Raupen.

Wenn die Blätter der jungen Triebspitzen kugelig/blasig verformt sind und weiße Wollfussel zu sehen sind, findet man häufig auch die Larven des Buchsbaumblattsaugers. Bei starkem Befall können die jungen Triebspitzen abgeschnitten werden. Eine Pflanzenschutzbehandlung ist selten nötig.

Sitkafichtenlaus an Fichten

Es gab mehrere Meldungen zu einem teils massiven Auftreten der Sitkafichtenlaus an einzelnen Fichten im Hausgarten. Von weitem sieht man die braunen Nadeln und die teils kahlen Zweige an einzelnen Ästen oder großflächigen Bereichen des Baumes. Bei genauer Betrachtung sieht man die Blattläuse zu mehreren an den Nadeln sitzen. Zunächst gibt es eine punktartige Aufhellung der Nadeln, die immer weiter vergilben und schließlich braun werden und schließlich vorzeitig abfallen. Zurück bleiben kahle Zweige und nur an den triebspitzen bilden sich neue Austriebe. Bei großen Bäumen ist eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln nicht durchführbar. Bei jüngeren oder kleineren Bäumen bis etwas Weihnachtsbaumgröße kann eine Behandlung mit einem Präparat z.B. auf Rapsölbasis oder mit Acetamiprid erfolgen.

Maikäfer in Südhessen rund um Lampertheim und Darmstadt

Der massenhafte Hochzeitsflug der Maikäfer hat in Südhessen Ende April begonnen. Für den Reifefraß werden nun die zarten Blätter verschiedener Laubgehölze, u.a. Eichen, Buchen, Hainbuchen, Ahorn, Rosskastanie und Obstgehölze teils kahlgefressen. Die eigentlichen Schäden richten jedoch die Larven des Maikäfers, die weißen bis zu etwa 7 cm großen Engerlinge die im Boden leben, an. Sie verursachen durch ihren Wurzelfraß Schäden in Rasenflächen und bei Jungpflanzen sowie jungen Obst- und Ziergehölzen. Jungpflanzen und junge Gehölze können in trockeneren Phasen vertrocknen und absterben und auf Rasenflächen entstehen nesterartige Kahl- und Fehlstellen. Der Maikäfer selbst, fliegt nur etwa alle 3 bis 4 Jahre, die meiste Zeit verbringt er als Engerling im Boden.

Gegen den Engerling im Boden können biologische Pflanzenschutzmaßnahmen ergriffen werden, der Einsatz von Nematoden zur gezielten Infizierung der Larven ist möglich.

 

aktuell:

Der Schwärmflug des Maikäfers ist ein beeindruckendes Naturschauspiel und geht einem wegen seines relativ lauten sonoren Brummens in "Mark und Bein". Der Schwärmflug des Mai-, Hirsch- und Junikäfers wird vom Mondzyklus bestimmt und wird jeweils kurz vor einem Vollmond am intensivsten. Der nächste Vollmond ist am Montag, den 16. Mai.

Nachlesen kann man dies im Artikel: "Mondgesteuerter Schwärmflug der Maikäfer, Hirschkäfer und Junikäfer" in der Zeitschrift AFZ - der Wald.


Gartentelefon - 0561 7299-377

Das Gartentelefon ist ein Beratungsangebot der Hessischen Gartenakade­mie. Bei Fragen zu einzelnen Kulturen oder dem Auftreten von Schädlingen und Krankheiten steht Ihnen das Team der hessischen Gartenakademie mit einer fundierten Beratung zur Seite. 

Unsere Servicezeiten:

  • montags bis freitags von 09:00 bis 11:00 Uhr
  • zusätzlich mittwochs von 14:00 bis 16:00 Uhr

 

Homepage der hessischen Gartenakademie

Info zum Gartentelefon

 

Broschüre: Kauf, anwendung und Lagerung von Pflanzenschutzmitteln - Tipps für Hobbygärtner vom BVL

Apfelgespinstmotte

Apfelgespinstmotte

Gespinstmotte an Felsenbirne

Gespinstmotte an Felsenbirne

Verformung durch Buchsbaumblattsauger

Verformung durch Buchsbaumblattsauger

Sitkafichtenlaus

Sitkafichtenlaus

Maikäfer

Maikäfer


Aktuellen Pflanzenschutztipp als Newsletter bestellen

Der regelmäßig erscheinenden Pflanzenschutztipp kann über das Bestellformular kostenfrei abonniert werden.