25.04.2019 |

Pflanzenschutztipp vom 25. April 2019

Apfelbaumgespinstmotte

Im letzten Jahr kam es hessenweit zu einem extrem starken Auftreten der Apfelbaumgespinstmotte im Streuobstbereich. In normalen Jahren verzeichnet der Pflanzenschutzdienst Hessen immer wieder ein stärkeres Auftreten der Apfelbaumgespinstmotte, das sich jedoch immer auf begrenzte Regionen beschränkte. Anders war die Situation im letzten Jahr. Ein nahezu flächendeckender Befall dieses Schädlings, der auf Apfelbäume spezialisiert ist, war in ganz Hessen, vor allem in den Streuobstbeständen aber auch im Haus- und Kleingartenbereich zu verzeichnen. Bereits Anfang Juni waren hessenweit teils oder ganz eingesponnene Apfelbäume zu sehen.

Aktuell steht die Bekämpfung der Apfelbaumgespinstmotte an. Die Raupen haben damit begonnen ihre Blattminen zu verlassen und zu den Triebspitzen zu wandern. In Südhessen können Behandlungen ab Mitte dieser Woche erfolgen. Im übrigen Hessen ab Ende der Woche. Wenn die Raupen später dicht in ihren Gespinsten eingewoben sind, sind sie geschützt und können nicht mehr bekämpft werden. Im Haus- und Kleingarten und im kleinflächigen Obstbau können die Befallsnester auch gut einfach mit der Schere entfernt werden. Zur Behandlung können Präparate mit dem biologischen Wirkstoff Bacillus thuringiensis angewendet werden. Diese sind unter verschiedenen Produktnamen auch in Kleinpackungen im Handel erhältlich. Die Mittel sind nützlingsschonend und nicht bienengefährlich. Sie haben eine beschränkte Wirkungsdauer von etwa einer Woche. Da die Raupen das Mittel über Fraß aufnehmen müssen, sollten Behandlungen in Phasen von über 15 °C erfolgen.

 

Echter Mehltau an vielen Zier- und Nutzpflanzen

Das schöne Wetter um Ostern hat die Infektion und Ausbreitung der Echten Mehltaupilze begünstigt. An vielen Ziergehölzen wie z. B. Flieder, Rose und Hortensie, aber auch an Nutzpflanzen wie z.B. Apfel und Salbei sind die weißen Pilzrasen auf den Blättern zu entdecken. Die Vertreter der Gruppe der Echten Mehltaupilze ist sehr spezifisch und oft nur auf einzelne Wirtspflanzen spezialisiert, sodass die Ansteckungsgefahr unter verschiedenen Pflanzen gering ist. Oft reicht eine Bekämpfung per Schere, indem die betroffenen Pflanzenteile entfernt werden, bei wertvollen Einzelpflanzen ist eine Behandlung mit einem dafür zugelassenen Fungizid möglich.

 

Aktuell:

Der Borkenkäfer ist wieder aktiv, schwärmt aus und befällt neue Bäume - in der Regel Fichten. Die Bäume sind geschwächt durch den trockenen Sommer 2018 und können dem Befall wenig entgegensetzen. Genauere Informationen bietet der Hessenforst.

 

Ergänzung:

Im Pflanzenschutztipp vom 04.März war die Rußrindenkrankheit am Ahorn ein Thema. Hier kommt es schnell zu einer Verwechslung mit anderen Pilzen die am Ahorn leben. So verursacht z.B. der für das Ahorntriebsterben verantwortliche Pilz schwarze Flecken auf der Rinde. Von diesem Pilz geht jedoch keine Gesundheitsgefahr aus.

Gespinst der Apfelbaumgespinstmotte

Gespinst der Apfelbaumgespinstmotte

Eichenprozessionsspinner

Echter Mehltau an Flieder


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