Blütenbehandlung

Entwicklungsstadium zur Blütenbehandlung mit Fungiziden
erste Blütenblätter sind abgefallen und bleiben in den Blattachseln hängen
Dauerfruchtkörper der Weißstängeligkeit im Stängel vor der Ernte
Kohlschotenrüssler und Rapsglanzkäfer beim Fraß an Knospen
Apothecie von Sclerotinia sclerotiorum, Weißstängeligkeit

Stand: 12.04.2021
Bei einem Anteil von Raps in der Fruchtfolge von > 25 % , Wirtspflanzen wie Sonnenblumen, Erbsen, Kartoffeln in der Fruchtfolge und langjährigem Rapsanbau ist Risiko des Sclerotiniasbefalls (Weißstängeligkeit) gegeben. Die Witterung ist aber letztlich der entscheidende Faktor bei der Infektion zur Blütezeit des Rapses. Sortenunterschiede bestehen bzgl. Sclerotinia bisher kaum. Jedoch zeichnet sich tendenziell eine etwas höhere Anfälligkeit besonders kurzer Sorten oder Bestände ab. Dies resultiert aus dem geringem Abstand der Fruchtkörper (Apothecien, die nur schwer im Bestand zu finden sind) aus den im Boden überdauernden Sclerotien zu Blattachseln, wo die meisten Infektionen stattfinden.
Wegen der geringen Kurativleistung der Fungizide gegen Sclerotinia sind Behandlungen möglichst zeitnah zur Infektion zu legen (derzeit noch nicht ausreichend sicher bestimmbar, Prognosemodell ISIP kann genutzt werden). Dann sind 2 Wochen Dauerwirkung gegen den Pilz zu erreichen. Behandlung zur Vollblüte (BBCH 65)  pauschal meist ausreichend wirksam.
Vor der Behandlung ist die Spritze sorgfältig von Sulfonylharnstoffresten der eventuellen Vorbehandlung zu reinigen. Nach Herbizideinsatz sofort mit Wasser spülen, damit Herbizidreste nicht antrocknen können, dann mit alkalischem Spritzenreiniger ein zweites mal nach Gebrauchsanleitung reinigen und mit klarem Wasser nachspülen. Erst dann Behandlung in Raps durchführen.

Dropleg-Düsen sind eine Alternative zu herkömmlichen Spritzungen über den Blütenbestand. Vorteil ist die geringere belastung der Bienen mit Fungizidwirkstoff.
Bei Tankmischungen von Fungiziden und Insektiziden ist auf die sich teils ändernde Bienengefährlichkeit zu achten.  

Informationsplattform zum Bienenschutz für Landwirte und Imker

 

 

 

Entwicklungsstadium zur Blütenbehandlung mit Fungiziden
erste Blütenblätter sind abgefallen und bleiben in den Blattachseln hängen
Dauerfruchtkörper der Weißstängeligkeit im Stängel vor der Ernte
Kohlschotenrüssler und Rapsglanzkäfer beim Fraß an Knospen

Allgemein:

Empfehlenswert ist eine Wasseraufwandmenge von mindestens 300 l/ha bei 5 km/h Fahrgeschwindigkeit,
damit die Spritzbrühe auch bis zu den Blattachseln kommt. Bei den tebuconazol- und metconazolhaltigen Mitteln besteht bei
hohen Aufwandmengen die Gefahr der Schoteneinkürzung. Für Tankmischungen mit Insektiziden: Bei einer Behandlung nach ca. 19:00 Uhr sind meist kaum noch Bienen
im blühenden Bestand. (Die Rapsstängel sind  abends auch elastischer und es gibt weniger Beschädigungen bei der Durchfahrt.) Somit kommen die Bienen mit weniger Wirkstoff in Kontakt. Damit entspricht die Anwendung der Auflage NN 410, die eine Behandlung in den Abendstunden eben zum Schutz von Wildbienen empfiehlt:

Tankmischungen mit AHL oder Blattdüngern und Haftmitteln können die Bienengefährlichkeit beeinflussen und sollten unterbleiben.