Schadschwellen und Fungizide gegen Blattkrankheiten

Stand: 14.06.2026

Ab etwa Mitte Juni in Südhessen und ab Anfang - Mitte Juli in Nordhessen werden die Rübenbestände alljährlich auf Befall mit Blattkrankheiten nach der "100-Blatt Rupfmethode" kontrolliert. Dabei wird auf dem Schlag an 100 zufällig ausgewählten Stellen jeweils ein Blatt abgerupft und auf Befall (JA/Nein-Methode) kontrolliert. Unabhängig vom Krankheitserreger (Cercospora, Mehltau, Rost) unterscheidet man zwischen kranken und gesunden Blättern.

ISIP-Blattkrankheitenmonitoring (wird in Echtzeit aktualisiert)

Kontrollieren Sie Ihre Bestände. Bei Auftreten von Cercospora-Blattflecken sollte südlich der Mainlinie die erste Fungizidbehandlung ab 1-5% Befall gesetzt werden

Bekämpfungsschwellen für Gebiete nördlich der Mainlinie
bis zum 31. Juli:5 % befallene Blätter
bis 15. August:15 % befallene Blätter
ab dem 15. August:45 % befallene Blätter

Im hessischen Ried sind bei frühem Befall bis 3 Behandlungen vorzunehmen. In der Wetterau sind meist 2 Behandlungen, in Mittelhessen ist 1-2 Behandlung auf den meisten Schlägen anzuraten. In Nordhessen hat der Befallsdruck in den letzten Jahren ebenfalls deutlich zugenommen. In den meisten Fällen sind hier in Abhängigkeit des Befallsdrucks auch 1-2 Behandlungen empfehlenswert. Wichtig ist, dass die Erstbehandlung “sitzt”, besonders bei frühem Befallsbeginn. Bestände rechtzeitig kontrollieren! Spritzfenster zur Kontrolle anlegen!

Anwendungshinweise
Grundsätzlich nur bei Temperaturen unter 25 °C behandeln; also an heißen Tagen früh morgens (Taubelag ausnutzen) oder spät abends bei Wasseraufwandmengen >300 l/ha.
Bei Spritzfolgen Wirkstoffwechsel durchführen und Aufwandmengen nicht reduzieren.
Die Behandlung sollte möglichst als separate Maßnahme durchgeführt werden. Im Schilf-Glasflügelzikaden-Hotspotgebiet steht vielerorts noch die 3. Insektizidbehandlung an. Die Kombination mit dem Insektizid stellt Bienengefährlichkeit her.

Hinweise zur Resistenzsituation
Es wird eine Zunahme der Resistenzen gegenüber Strobilurinen und auch gegenüber Azolen beobachtet. Dort, wo im vergangenen Jahr viel Coercospora aufgetreten ist, sollte möglichst eine für Cercospora wenig anfällige Sorte (CR+) wie z. B. Blandina KWS, Lorenza KWS, Smart Adiella, BTS 6975N angebaut werden.
In SBR Starkbefallsgebieten ist eine SBR tolerante Sorte zu bevorzugen.

Auswahl von zugelassenen Präparaten zur Bekämpfung von Blattkrankheiten in Zuckerrüben (Stand: 14.06.2026)

PräparateWirkstoff g/lWartezeitAufwandmenge (l/ha) 
je Anwendung
Wirkung gegen
 CercosporaMehltauRost
Amistar GoldAzoxystrobin 125
Difenoconazol 125
351,0++++++++
Domark 10 EC / EmeraldTetraconazol 100281,0++(+)++K.I.
ScoreDifenoconazol 250280,4++K.I.K.I.
MaganicProthioconazol 175
Difenoconazol 125
420,8+++K.I.+++
CortinaProthioconazol 400280,4+++K.I.K-I.
DiademMefentrifluconazole 100
Fluxapyroxat 50
281,0++(+)++++++
PropulseProthioconazol 125
Fluopyram 125
71,2+++++++++
PanoramaProthioconazol 250
Metconazol 90
280,6+++k.I.+++
Univoq (Notfallzulassung, s.u.)Prothioconazol 100
Fenpicoxamid 90
211,5+++k.I.k.I.
Coprantol DuoKupferoxichlorid 235,3
Kupferhydroxid 215
141,8* +(+)k.I.k.I.
Grifon SCKupferoxichlorid 229,79
Kupferhydroxid 208,26
141,8*+(+)k.I.k-I.
RecudoKupferoxichlorid 482,5141* +(+)k.I.k.I.

K.I.: Keine Indikation
*gültige Aufwandmenge, wenn Präparat einem Fungizid zugemischt wird.

Die Wirksamkeitseinstufung bezieht sich auf Standorte ohne Resistenz, die jedoch immer weniger werden!
Schwerpunkt der Resistenzen ist in Südhessen.

Notfallzulassung erteilt für Univoq 

Weitere Informationen zur Bekämpfung von Blattkrankheiten (mit regionalen Empfehlungen- siehe letzte Seite in der Präsentation)
Kupferpräparate zuerst in die Spritze einfüllen!

Aktuelle Infos mit Empfehlungen auch zu gegebenener Zeit im telefonischen Ansagedienst unter: 0641-303-5246