Schneckenbekämpfung

Schneckenfrass an Raps
Schneckenfrass an Raps
Spanische Wegschnecke
Spanische Wegschnecke

Nur nach guter Rückverfestigung und bei feinkrümeligem Saatbeet erzielt die Schneckenbekämpfung ausreichenden Erfolg. Nach Raps, bei Mulchsaatverfahren oder wenn das Stroh auf der Fläche verblieben ist, sind gute Unterschlupfmöglichkeiten für Schnecken gegeben und das Schadrisiko ist entsprechend hoch. Die kleinen Ackerschnecken können dabei Regenwurmgänge als Unterschlupf nutzen. Von der Keimung bis zum Keimblattstadium, ev. auch bis 4-Blattstadium, kann akuter Schneckenbefall bis zum Totalausfall führen und wird ohne Kontrollmaßnahmen oft zu spät bemerkt. Bei Verwendung von Kontrollfolien o.ä. mit untergelegtem Schneckenkorn zur Überprüfung der Aktivität kann hingegen schneller auf beginnenden Befall auch von Kleinschnecken reagiert werden. Bei Befallsfeststellung ist umgehend eine Bekämpfung vorzunehmen. Bei anhaltendem Befall muss eine zweite Bekämpfung folgen. Eine Schadschwelle, ab der eine Bekämpfung empfohlen wird, gibt es bisher nicht. Besonders gefährdete Flächen sind Feldränder und Böden mit hohem Tongehalt, welcher trotz Bearbeitung grobschollig bleibt.
Metaldehyd entzieht der Schnecke Feuchtigkeit, sie trocknet aus. Metaldehyd wirkt am besten bei nicht zu nassem Wetter zwischen 10 - 18 °C.
Eisen III Phosphat lässt bei hohen Temperaturen in der Wirkung nach.  Schnecken stellen nach der Aufnahme den Fraß ein und verkriechen sich im Boden, sterben dort ab und sind daher kaum zu finden.

Nasspressungen sind teurer als die wenig regenbeständigen Trockenpressungen, bei wechselhafter oder regnerischer Witterung, also "Schneckenwetter", aber zu bevorzugen. Bestandeskontrollen müssen auch nach einer erfolgreichen Behandlung fortgeführt werden.

Kalkstickstoff zur Saat hat zwar einen Effekt auf die Schneckenaktivität und Eigelege, häufig ist bei stärkerem Schneckenauftreten die Wirkung aber nicht ausreichend. Zudem ist die Stickstoffdüngung bei der N-Bedarfsermittlung zu berücksichtigen.  

Ausbringen nach der Saat bedeutet für die Schnecken, es gibt keinen Nahrungsalternative, nur das Schneckenkorn kann/muss gefressen werden. 

Streutabellen sind im Internet bei den Produktbeschreibungen der Präparate einzusehen.

 

 

Auswahl von Nasspressungen zur Schneckenbekämpfung

Stand: 15.08.2018

Mittel

Wirkstoff,
Konzentration
in %

Aufwand-
menge
kg/ha       

zugelassene
Anzahl der 
Anwendungen

Körner/m²* Auflagen

link zur Streutabelle

Sluxx HP / Derrex*

Eisen III-Phosphat,

2,97

7 4 >60  -

Sluxx Streutabelle (Downloadbereich

Arinex**

Metaldehyd,

6

6 2 40  -

 Arinex Streutabelle

Patrol MetaPads G2*** Metaldehyd,
3
3 2 33  - Patrol MetaPads Streutabelle
Delicia Schnecken-Linsen***

Metaldehyd,

3

3 2 33  - Delicia Schnecke-Linsen Streutabelle
Metarex TDS

Metaldehyd,

5

7 2 30  -

Metarex TDS Streutabellen

Metarex Inov****

Metaldehyd

4

4 maximal
17,5 kg/ha/Jahr
30  - Metarex Inov Streutabelle
Mollustop***

Metaldehyd,

3

3 2 33  -

Mollustop Streutabelle

Limares Techno**** Metaldehyd
5

7 2 30 NT116, NT870 Limares Techno Streutabelle
Axcela**** Metaldehyd
6
7 3 25 NT115, NT665 Axcela Streutabelle

Die Körnermengen/m² beruhen auf Herstellerangaben. Erfahrungsgemäß sollten ca. 35 Körner/m² nicht unterschritten werden, wenn die Zulassung dies ermöglicht.
Die angegebene Aufwandmenge sollte nicht unterschritten werden, da sonst die Lockwirkung wegen zu großem Köderabstand reduziert wird.
Die Anzahl der zugelassenen Anwendungen ist nicht zu überschreiten.

* = Zulassungsende 30.11.2018
** = Zulassungsende 31.12.2018
*** = Zulassunhsende 31.10.2018
**** Neue Zulassung mit geänderten Auflagen

NT115 Bei der Anwendung in Freilandkulturen ist ein Mindestabstand von 5 m zum bewachsenen Feldsaum einzuhalten.
NT116 Bei der Anwendung muss ein Eintrag des Mittels in angrenzende Flächen vermieden werden (ausgenommen landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzte Flächen).
NT665 Nicht in Häufchen auslegen.

NT870 Das Mittel ist giftig für Weinbergschnecken. Bei einem Vorkommen von Weinbergschnecken (Helix pomatia und Helix aspersa) darf das Mittel nicht angewendet werden.

 

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