Rapserdfloh & Kohlfliege & Blauer Mauszahnrüssler

Rapserdfloh klein
Rapserdfloh
Rapserdfloh
Rapserdfloh
Blattstielminierfliege - Schadbild
Blattstielminierfliege - Schadbild
Fraß durch Kohlfliegenlarven an Wurzelhals
Fraß durch Kohlfliegenlarven an Wurzelhals
Kohlfliegenlarve an Wurzelhals
Kohlfliegenlarve an Wurzelhals
Kohlfliegenlarve
Kohlfliegenlarve

 

Insektizide zur Bekämpfung des Rapserdflohs und beißender Insekten

Stand 08.09.2020  (Auswahl)

Mittel Wirkstoff
(ausschließlich Pyrethroide)
Wirkstoffgehalt
g/kg oder l
Aufwandmenge
ml oder g/ha
Anzahl
zugelassener
Behandlungen
in der Kultur
Bemerkungen
Bulldock beta Cyfluthrin 25 300 3 B2
Decis forte Deltamethrin 100 75 3 B2;  nicht auf drainierten Flächen.
Fury 10 EW Zeta-Cypermethrin 100 100 2 B2
Karate Zeon lambda Cyhalothrin 100 75 2 B4
Sumicidin Alpha EC Esfenvalerat 50 250 2 B2
Sumi Alpha 5 EC Esfenvalerat 50 250 2 B2
Hunter / Kaiso Sorbie lambda Cyhalothrin 50 150 1 B4
Nexide gamma-Cyhalothrin 60 80 2 B4
Shock Down lambda Cyhalothrin 50 150

2

B2
Lamdex Forte lambda Cyhalothrin 50 150 2 B4
Cyperkill Max Cypermethrin 500 50 2 B1
  • Rapserdfloh:

Käfer 3-5 mm groß, glänzend
 Larve - 7 mm lamg, weißlich mit schwarzer Kopfkapsel

Symptome, Schäden: Käfer ab Keimblattstadium mit Lochfraß an Blättern. Aktivität an sonnigen Tagen > 12 °C, besonders > 16°C, hoch. Frühsaaten mit höherem Befallsrisiko. Eiablage ab ca. 10 Tage später in Boden. Meist erst ab Oktober. Nach Schlupf minieren Larven im Stängel und Blattstiel (dies verursacht den Hauptschaden ! )und erhöhen die Auswinterungsgefahr, zudem können Krankheitserreger wie Phoma eher infizieren. Werden Endknospen des Haupttriebs befallen, stirbt Pflanze ab. Bei milder Winterwitterung kann Schaden geringer ausfallen als in kalten Wintern.  Ölrettich und Senf in Zwischenfruchtmischungen können das Auftreten verstärken.

Bekämpfung:     Ziel ist, Eiablage zu verhindern. Je früher Käfer auftreten, desto früher kann die Eiablage erfolgen. Tritt Erstbefall des Käfers erst ab Ende September auf, schlüpfen die Larven nicht mehr aus den abgelegten Eiern vor Winter und der Larvenschaden ist damit sehr begrenzt. Tritt früher Käferbefall auf, wird die Eiablage meist ab Oktober erfolgen und Stiele, Stängel werden befallen und geschädigt. Risiko besonders für Kulturraps angrenzend an Altrapsbestände. Spritzapplikation richtet sich gegen schwerpunktmäßig gegen Käfer, bevor diese Eier ablegen.  Da der Käferzuflug aber andauern kann, sollte nicht sofort bei Erstauftreten behandelt werden.  Auch Behandlungen nach erfolgtem Haupt-Käferzuflug und bereits vorhandenen ersten Junglarven ist noch erfolgreich.
Pyrethroide unterliegen Resistenzrisiko gegen Erdfloh. Werden in Deutschland zunehmend festgestellt und breiten sich weiter aus. Dann sind Pyrethroide Typ I und Typ II gleichermaßen betroffen. Daher ist der Einsatz unbedingt nur bei Befallsbedingungen durchzuführen um die Mittelpalette längerfristig nutzen zu können. Unterschiedliches Auftreten auf Schlägen bedingt schlagspezifische Entscheidung bzgl. Bekämpfung. Wasseraufwandmenge ca. 250 l/ha um gleichmäßige Verteilung der Kontaktmittel auf Blättern zu gewährleisten. Beizung mit Lumiposa mit guter Nebenwirkung.
Indirekt: Vor Aussaat intensive Stoppelbearbeitung. Saubere Einarbeitung. Keine ganz frühen Saattermine wählen. Ziel: Schneller Auflauf und zügige Anfangsentwicklung.
Schadschwelle:
1. Ab Keimblatt bis 4-Blatt ab 10 % Lochfraß an Keim- und Laubblättern. Pflanzen kümmern oder leiden unter Trockenheit. (hier steht der direkte Käferfraßschaden im Vordergrund)
2. Ab 4-Blattstadium: Mehr als 50 Käfer in 3 Wochen in (Gelb)-Schale bis Ende September. (hier steht der Schaden durch Larven im Vordergrund)
 

 

  • Rübsenblattwespenlarven

die zeitgleich auftreten können, werden miterfasst, gelegentlich auftretende Blattstielminierfliegenlarven im Blattinneren sind schlecht bekämpfbar.

  • Kleine Kohlfliege:

Die kritische Zeit der Fliegenaktivität (Größe wie Stubenfliege) ab Ende August ist wegen de Mobilität der Fliegen kaum zu kontrollieren.
 Eier werden im Bereich des Wurzelhalses abgelegt. Die ca. 1 Woche später schlüpfenden weißlichen bis 9 mm langen Larven fressen an Wurzelhals und Wurzeln.
Symptome, Schäden: Nur Larve schädigt. Befallene Pflanzen bleiben im Wuchs zurück, welken und wintern durch Frosteinwirkung schnell aus. Der Bestand wird ausgedünnt.
Bekämpfung: Insektizide neonicotinoidhaltige Beizen sind  nicht verfügbar. Lumiposabeizung mit Teilerfolg. Spritzbehandlungen gegen die Fliegen oder Larven erzielen kaum Wirkung.
-  Spätsaaten werden  weniger befallen, da sie weniger attraktiv für die Besiedelung sind.
-  Es empfiehlt sich in Befallslagen, die Aussaatmenge um ca. 10 % zu erhöhen zur Kompensation eventueller Pflanzenverluste.
-  Gute Rückverfestigung des Bodens zur Saat ist empfehlenswert, damit die jungen Pflanzenwurzeln ausreichenden Anschluss an Bodenwasser haben.
-  Alte Rapsschläge neben neuen erhöhen das Befallsrisiko.
-  In Altraps frühe Stoppelbearbeitung, die Fliegenpuppen in Stoppeln werden teils vergraben, weinger Larven erreichen anschließend die Bodenoberfläche.
-  Der Einsatz von 250 kg/ha Kalkstickstoff vor der Saat mit Einarbeitung zur Reduzierung der Larvenschäden wird untersucht.
-  Frühe Wachstumsreglermaßnahme kann wegen kürzerem Wurzelhals das Risiko des Befalls mindern.
-  allgemein: In Getreidekulturen kreuzblütige Unkräuter als Wirtspflanzen der Kohlfliege bekämpfen.

 

  • Blauer Mauszahnrüssler:

Auftreten der Käfer schon im Herbst in Gelbschalen. vermehrt normalerweise im Frühjahr. Glänzend dunkelblau. Eiablage im Frühjahr vor Rapsblüte am Stängel in Bodennähe und Wurzel. Larvenfraß im oberen Wurzelbereich. Schadpotential noch nicht genauer bestimmbar.

 

 

auf den Seiten des LLH, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen mehr zum Rapsanbau.

 

 

 

 

 

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