Fungizidempfehlungen in Winterweizen

Stand 29.04.2019

Mehltaubefall kann bereits früh während der Bestockung auftreten. In den letzten Jahren jedoch meist nicht bekämpfungswürdig. Ab 2014 ist sortenabhängig ein verstärktes Auftreten von Gelbrost schon zum Ende der Bestockung zu verzeichnen. Gegenmaßnahmen ab Schossen müssen dann umgehend eingeplant werden. Neuinfektionen sind über mehrere Wochen möglich. Septoria tritici hat in trockenen Frühjahren geringere Bedeutung. Abwechselnde feucht/nasse und trockene Witterung kann  abwechselnd beide Krankheiten begünstigen. Braunrost profitiert von trocken- warmen Bedingungen ab Mitte/Ende Schossen, häufig aber erst ab Ährenschieben. Eine Fusariumbekämpfung ist ausschließlich während der Blüte möglich.

Gegen frühen Gelbrost zu Schossbeginn können vorzugsweise Azole eingesetzt werden. Breitwirksame Kombinationsprodukte gegen mehrere Krankheiten aus Strobilurinen oder/und Carboxamiden mit Azolen sollte erst ab Erscheinen des letzten Blattes vorgenommen werden. Zu diesem Termin ist auch der größtmögliche Ertragseffekt dieser Mittel zu erwarten. Die Dauerwirkung reicht dann bis zur Blüte. Gegen möglichen Ährenfusariosenbefall und spät auftretenden Braunrost sollte dann ab BBCH 61 bis 65 die abschließende Behandlung mit einem strobilurin - und carboxamidfreien Fungizid auf Azolbasis erfolgen, eventuell mit Zusatz von Don-Q. Damit kann Qualitäts-und Ertragsverlusten sowie Vermarktungsproblemen nach der Ernte wegen zu hoher DON-Gehalte vorgebeugt werden. Die Reduzierung der Mycotoxingehalte durch die Blütenapplikation liegt meist zwischen 50 und 70 %. Bei fusariumanfälligen Sorten besonders nach Körnermais reicht diese Wirkung jedoch ev. nicht aus.

Entscheidungsgrundlage                                                                                 BBCH
30/31/32 31/32 37/39 49/51 59/61 65

    Einmalbehandlung

- gesunde Sorte
- niedrige Intensität
- später Befallsbeginn im Frühjahr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bei
Mehltau-
frühbefall

 

Vegas 0,25

Corbel 0,7
mit Stoppwirkung

 oder

Talius 0,2

Property 0,5
mit eher
vorbeugender Wirkung

 

bei beginnendem
Gelbrost-
frühbefall

Alto 240 SC 0,4-0,5

Matador 0,8-1,0

Orius/Folicur 0,8-1,0

Domark 10 EC 1,0-1,25

Gelbrost und Halmbruch

Unix Top 0,5 + 1,0

Gelbrost und Mehltau

Ceralo 1,0

Corbel 1,0

Pronto Plus 1,5

Opus Top + Property 1,0 + 0,3

Mehltau, Roste, Halmbruch

 Input Triple 0,8  - 1,25

 

 

Blatt - u. Ährenkrankheiten

Ceriax 2,5

Ascra Xpro 1,5

Elatus Era + Sympara 1,0 + 0,33

Adexar 2,0

Aviator Xpro + Fandango 0,75 + 0,75

Elatus Era Opti 1,0 + 1,5

Seguris Opti 1,0 + 1,5

Gigant Opti 1,0 + 1,5

Skyway Xpro 1,25

Imbrex + Viverda 1,0 + 2,0

Elatus Plus + Plexeo 0,75 + 1,1

Strobilurin* + Input Classic 0,8

Doppelbehandlung                     

- anfällige Sorte
- hohe Ertragserwartung

Blattkrankheiten

Ceriax 2,5

Ascra Xpro 1,5

Elatus Era + Sympara 1,0 + 0,33

Adexar 2,0

Aviator Xpro + Fandango 0,75 + 0,75

SkywayXpro 1,25

Elatus Plus + Plexeo 0,75 + 1,1

Gigant + Zakeo Opti  (Gigant Opti) 1,0 + 1,5

Seguris + Zakeo Opti (Seguris Opti) 1,0 + 1,5

Imbrex + Viverda 1,0 + 2,0

Strobilurin* + Input Classic 0,8

Ährenkrankheiten

Prosaro 1,0

Osiris 2,0

Magnello 1,0

Ampera 1,2

Taspa 0,5

Taspa + Folicur 0,3 + 0,5

 

      Doppelbehandlung

- Stoppelweizen
- früher Befallsbeginn

Fuß - und
Blattkrankheiten
incl. Rost:

Capalo 1,5

Input Triple 1,0 - 1,25

Input Classic 0,7

Kantik 2,0

Proline 0,8

Unix + Plexeo 0,5 + 1,0

Unix + Gladio 0,6 + 0,6

Mirage + Matador 0,8 + 0,6

Blattkrankheiten
incl. Rost:
Ceralo 1,2

Epoxion Top 2,0

Matador 1,0

Alto 240 EC 0,4

Eleando 2,0

Dithane NeoTec + Folicur  1,5 + 0,7

Tridex Flow + Orius 2,0 + 0,8

Rost + Mehltau:

Corbel 0,7

Blatt - und Ährenkrankheiten

Osiris 2,5 (gesicherte Strohabreife)

Prosaro 1,0 (gesicherte Strohabreife)

Elatus Era + Sympara 1,0 + 0,33

Elatus Era Opti 1,0 + 1,5

Seguris Opti 1,0 + 1,5

SkywayXpro  1,2

Adexar 2,0

Ceriax 2,5

Ascra Xpro 1,5

Elatus Plus + Plexeo 0,75 + 1,1

 

       Doppelbehandlung

-bei Fusariumgefahr
-kein früher Blattbefall
 mit Rost und Septoria

 

Blatt - u. Ährenkrankheiten

Ceriax 2,5

Ascra Xpro 1,5

Elatus Era + Sympara 1,0 + 0,33

Seguris Opti 1,0 + 1,5

Gigant Opti 1,0 + 1,5

Adexar 2,0

Librax 2,0

Strobilurin* + Input Classic  0,8 u.a.

Fusarium
und
Ährenkrankheiten

Prosaro 1,0

Osiris 2,5

Prosaro 
+ Don-Q
1,0 + 1,1

Fezan-Topsin-Pack
0,8 + 0,8

Ampera 1,5

Ceralo 1,2

Soleil 1,2

Magnello 1,0

30 31/32 37/39 49/51 59/61 65

 * als Strobilurin z.B. AmistarOpti 1,5 oder Torero 0,8
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Ährenfusarium in Winterweizen, Ermittlung des Risikos unter Berücksichtigung verschiedener Risikofaktoren

(zum Vergrößern Abbildung anklicken)

Fusarium- Sortenanfälligkeit von Winterweizensorten, Beschreibung in Anlehnung an Bundessortenliste, Züchterbeschreibung und Beobachtungen der Berater LLH

 - -

sehr stark,

entspricht ca.
BSA 7

-

mittel bis
stark,
entspricht
ca.
BSA 6

0

mittel,

entspricht ca.
BSA 5

+

gering bis mittel,

entspricht ca.
BSA 4

++

gering,

entspricht ca.
BSA 3

+++

sehr
gering,
entspricht ca.
BSA 2

Tobak Egoist, Kurt, KWS Plus, Primus, Trapez, Smaragd Atomic, Boxer, Benchmark, KWS Cobalt, Mescal, Nelson, Pionier, Rebell, Capone, Cubus, Euclide, Forum, JB Asano, Julius, Linus, Kredo, KWS Maddox, Nordkap, Potenzial, Schamane, Tommi, Altigo, Dekan, Desamo, Edgar, Edward, Fandarole, Gordian, Hekto, Intro, Kredo, Manager, Memory, Mentor, Orcas, Oxal, Winnetou Apertus, Apian, Apostel, Bernstein, Bergamo, Boregar EU, Brilliant, Gourmet, Landsknecht, Solehio, Akteur, Estivus, Event, Faustus, Florian, Genius, Impression, Johnny, Kerubino, KWS Loft, Joker, Norin, Ambello, Arezzo, Avenir, Brilliant, Calabro, Cubus, Glaucus, Joker, Kometus, Meister, Lucilla, Opal, Patras, Profilius, Zeppelin, Barock, Colonia, Matrix, Mulan, Premio, Rumor, Elixer, RGT Reform, Sarmund, Sherif Alfons, Anapolis, KWS Ferrum, Milaneco, Arktis, Astardo, Estivus, Impression, Pamier, Mercato, Rubisko, Midas, Toras

 

 

 

 

DTR-Blattdürre
Gelbrost Starkbefall
Gelbrost, streifige Uredosporenlager
Blattmehltau
nichtparasitäre Blattflecke
nichtparasitäre Blattflecke
nichtparasitäre Blattflecke
Septoria tritici
nichtparasitäre Blattflecke an Sorte Patras
gelbe Nester verbleiben trotz erfolgreicher Gelbrostbekämpfung
Gelbrost erfolgreich bekämpft. Blattflecke verbleiben aber.
rot-blaue Blattspitzen nach mehrtägigen Nachtfrösten
Blattflecke nach Herbizidüberdosierung
nichtparasitäre Blattverdrehung
Nach Tankmischung Fungizid + Wachstumsregler + Mikronährstoffdünger folgten mehrere Frostnächte, die zu Aufhellungen des Weizens führten
Färbänderung an Ähre durch genetische Störung
Färbänderung an Ähre durch genetische Störung
Microdochium nivale / Schneeschimmel an Weizenblatt
Microdochium nivale / Schneeschimmel an Blattachsel von Weizen