Vorerntebehandlung

Stand: 04.12.2018

 

 links zu Glyphosat unter: Stoppelbehandlung

 

 Für alle Glyphosat-Mittel gilt: Bei der Anwendung des Mittels ist ein Abstand von 40 Tagen zwischen Spritzungen einzuhalten, wenn der Gesamtaufwand von zwei aufeinanderfolgenden Spritzanwendungen mit diesem und anderen Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln die Summe von 2,9 kg Glyphosat/ha überschreitet. (NG 352). Werden die Aufwandmengen auf 2 x 4,0 l/ha eines 360er Glyphosat-Produktes beschränkt, ist der Zeitrahmen von 40 Tagen nicht relevant.

Einschränkung von Spätanwendungen vor Ernte:
Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen oder von Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist.
Nicht erlaubt zur Steuerung des Erntetermins oder Optimierung des Drusches !

 

Mit dem Einsatz glyphosathaltiger Herbizide 7 - 14 Tage vor Ernte zur Vollreife des Getreides in BBCH 89 (Fingernagelabdruck bleibt auf dem Korn erhalten, Kornfeuchte unter 25 %) kann noch grüner Unkrautbesatz bekämpft werden.
Wasseraufwandmengen bis max. 200 l/ha sind optimal.
Da je nach Witterung im Anschluss an die Behandlung nach 7 Tagen nicht immer eine ausreichende Wirkung erzielt wird, sind auch die Präparate mit 7 Tagen Wartezeit möglichst schon ca. 10 Tage vor dem erwarteten Erntetermin einzusetzen.
Zum Zweck der schnelleren Wirkung kann 10 kg/ha Schwefelsaures Ammoniak zugesetzt werden. Bei neueren Formulierungen, wie z.B. Glyfos Supreme ist dies nicht notwendig.

Auf die Einhaltung des Einsatzzeitpunktes ab BBCH 89 = Vollreife und vor allem auch die Einhaltung der Wartezeit (je nach Produkt 7 – 14 Tage) ist unter allen Umständen zu achten um Rückstandshöchstgehalte nicht zu überschreiten.

Das Risiko für den Anwender besteht darin, dass mit dem Applikationstermin vorab bestimmt wird, wann der Bestand erntereif ist. Witterungsbedingte Verzögerungen der Beerntung können gerade bei Gerste und Roggen zu beachtlichen Ernteverlusten wegen abknickender Ähren und Brüchigkeit des Strohes führen.
Kein Einsatz darf erfolgen in Getreide zur Saatguterzeugung und in Getreide für Brauzwecke.
Behandeltes Stroh darf nicht für Kultursubstrate verwendet werden. VV 835
Wenn tallowaminhaltige Glyphosate verwendet werden, gilt Auflage VV 214:
1  =  Stroh darf nicht zum Zwecke der Tierhaltung und Tierfütterung verwendet werden.

Übersicht, Auswahl glyphosathaltiger Mittel in Sommer- und Wintergetreide 

Mittel Tallowamin-
frei

Konzentration in
in g/l
maximale
Aufwand-
menge in
l oder kg/ha
Hinweise Wartezeit
in Tagen von
Anwendung
bis Ernte
Auflagen*
Dominator 480 TF ja 480 3,75 ab Vollreife, BBCH 89,
Kornfeuchte unter 25 %
7 NT 101, WA 700
Roundup Powerflex ja 480 3,75 7 NT 103, WA 700
Glyfos Dakar,
Roundup TURBOplus
ja
ja
680 2,65 7 NT 102, WA 700
NT 102, WA 700
Roundup Rekord ja 720 2,5 7 NT 103, WA 700
Glyfos Supreme,
Helosate 450 TF
Plantaclean 450 Premium
ja
ja
ja
450 4,0 7 NT 102, WA 700
NT 102, WA 700
NT 101, WA 700
Roundup Ultra,
Roundup Solid,
Taifun forte,
Plantaclean Label XL
ja
ja
ja
ja
360 5,0 7 NT 101, WA 700
NT 101, WA 700
NT 102, WA 700
NT 101, WA 700

Touchdown Quattro, Glyfos TF Classic,

ja

360 5,0 14 NT 109 WA 700,
NT 101, WA 700

* Einzuhaltende Abstände zu Saumstrukturen betreffen die ersten 20 m:
Genannte Auflagen sind gültig für  Gebiete, die nicht im "Verzeichnis regionalisierter Kleinstrukturanteile" aufgeführt sind und damit keinen ausreichenden Anteil an Kleinstrukturen aufweisen oder wenn angrenzende Flächen wie Feldraine, Hecken, Gehölzinseln (Saumstrukturen) mehr als 3 Meter breit sind.


WA 700:  Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen oder von Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist.
NT 101: Verlustmindernde Geräte (Düsen) mit mindestens Abdriftminderungsklasse 50 % oder besser verwenden:  Dann 0 Meter Abstand zu Saumstrukturen
NT 102: Verlustmindernde Geräte (Düsen) mit mindestens Abdriftminderungsklasse 75 % oder besser verwenden:  Dann 0 Meter Abstand zu Saumstrukturen
NT 103: Verlustmindernde Geräte (Düsen) mit mindestens Abdriftminderungsklasse 90 % oder besser verwenden:  Dann 0 Meter Abstand zu Saumstrukturen
Ab 20 m Abstand kann dann auch ohne verlustmindernde Technik appliziert werden.

NT 109: Verlustmindernde Geräte (Düsen) mit mindestens Abdriftminderungsklasse 90 % oder besser verwenden:  Erste 5 Meter zu Saumstrukturen keine Anwendung erlaubt, dann mit 90 % Düse.