Stoppelbehandlung oder Vorsaatbehandlung

Stand: 03.11.2021

 

zur Tabelle Herbizide zur Stoppelbehandlung

 zu aktuellen Neuerungen siehe auch Video im digitalen Ackerbauforum des LLH, Stand mit 07.09.2021 (vor Bekanntwerden des Inkrafttretens der Änderungen in der Pflanzenschutzanwendungs-Verordnung)
auf YOUTUBE. Ab ca. 02.28 im Video beginnt Erläuterung der neuen Regelung:

 

https://www.youtube.com/watch?v=yaENglI2M0k&t=9136s

 

 Gründe für mechanische Stoppelbearbeitung zur Unkrautbekämpfung

Nach der Ernte kann eine mechanische Bekämpfung von Unkräutern besonders bei trockenen Bodenbedingungen gute Erfolge erzielen, wenn bearbeitete Unkräuter an der Oberfläche vertrocknen können.

Bei Wurzelunkräutern wie Quecke, Winde oder Distel ist die Bekämpfungsleistung schlechter als bei Ackerfuchsschwanz, Ausfallgetreide oder Ausfallraps. 

Die Übertragung von Schaderregern auf die Nachfolgekultur im Herbst oder Frühjahr (grüne Brücke) kann unterbrochen werden.

Die Rotte von Stoppelresten verläuft intensiver.

Mäusepopulationen werden reduziert.

Im Rahmen des Resistenzmanagements ist es sinnvoll, den Unkrautdruck nach der Ernte zu verringern.

Äußere Bedingungen (Witterung, Bodenzustand,…) passen nicht

Dann können blattwirksame glyphosathaltige* Mittel Verwendung finden

Auf ausreichende Blattmasse der zu bekämpfenden Unkräuter muss geachtet werden.

Quecke benötigt 3 - 4 voll entwickelte, aufnahmefähige Blätter

Wurzelunkräuter sollen ca. 10 - 15 cm hoch oder breit sein.

Nach Kalkung oder Gülle-/Klärschlammausbringung muss gewartet werden, bis die Pflanzen wieder frei von den organischen Resten sind und die Blätter aufnahmefähig. Grundsätzlich ist wüchsige Witterung für einen schnellen Bekämpfungserfolg günstig.

Ein  Wiederergrünen der Pflanzen nach der Ernte oder der Bodenbearbeitung muss abgewartet werden. 

Unkräuter mit Trockenschäden sollten wegen schlechter Blattaufnahme zunächst nicht behandelt werden.

Wasseraufwandmengen bis 200 l/ha sind optimal.

Idealerweise sollte nach Behandlungen mindestens 7 Tage bis zur folgenden Bodenbearbeitung gewartet werden.

Schwefelsaures Ammoniak (SSA) beschleunigt die Wirkung und verbessert den Erfolg, besonders bei kalkhaltigem Wasser.

Tendenziell können die SSA-Mengen bei den neueren Formulierungen reduziert werden von üblicherweise
10
auf 2,5 kg SSA /ha.

Je kalkhaltiger, bzw. härter das verwendete Wasser desto mehr SSA Zugabe ist sinnvoll.

SSA zuerst in den Tank geben, dann das Pflanzenschutzmittel.

Mit Kyleo ist ein Herbizid mit Glyphosat* und Wuchsstoff  2,4-D einsetzbar.

hat verbesserte Wirkung gegen Schachtelhalm, Winde, Knöteriche, Storchschnabel.

Mit der Zugabe von 3 kg/ha SSA kann sich die Wirkung verbessern.

Nur Vorteile bei der Unkrautbekämpfung, nicht, wenn es um Ungrasbekämpfung geht.

Nachteil ist, dass wegen des enthaltenden Wuchsstoffes 2,4-D sensible Kulturen auch bei Kontakt des Keimlings mit geringen Mengen Restwirkstoff im Boden negativ reagieren können.
* Neue Glyphosat-Auflagen beachten. Nicht in Wasserschutz-u-Heilquellenschutzgebieten und maximal 1x zwischen Nachernte und neuer Aussaat. Nicht bei Pflugsaat, wenn keine Problemunkräuter vorhanden sind.

Starane XL bietet die Möglichkeit zur Windenbekämpfung ohne Glyphosat*.

Tabelle Herbizide für die Stoppelbehandlung


Starane XL bietet die Möglichkeit zur Windenbekämpfung ohne Glyphosat.

Empfohlene Abstände zwischen Anwendung von Kyleo und Aussaat der Folgekultur:
Vor Kartoffeln, Sonnenblumen, Zuckerrüben, Gemüse 60 Tage
Vor Luzerne, Ackerbohne, Erbse, Flachs, Raps, Senf 28 Tage
Vor Sorghumhirse, Zwischenfrucht Phacelia 14 Tage
Vor Getreide 3 Tage
Vor Mais 1 Tag