Stoppelbehandlung

Stand: 16.10.2018

Fragen und Antworten zur Bewertung des gesundheitlichen Risikos von Glphhosat des BfR

Verfahren zur Neubewertung von Glyphosat im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung

FAQ zur unterschiedlichen Einschätzung der krebserzeugenden Wirkung von Glyphosat durch  BfR und IRAC

Gründe für mechanische Stoppelbearbeitung zur Unkrautbekämpfung:

  • Nach der Ernte kann eine mechanische Bekämpfung von Unkräutern besonders bei trockenen Bodenbedingungen gute Erfolge erzielen, wenn bearbeitete Unkräuter an der Oberfläche vertrocknen können.
  • Bei Wurzelunkräutern wie Quecke, Winde oder Distel ist die Bekämpfungsleistung schlechter als bei Ackerfuchsschwanz, Ausfallgetreide oder Ausfallraps. 
  • Die Übertragung von Schaderregern auf die Nachfolgekultur im Herbst oder Frühjahr (grüne Brücke) kann unterbrochen werden.
  • Die Rotte von Stoppelresten verläuft intensiver.
  • Mäusepopulationen werden reduziert.
  • Im Rahmen des Resistenzmanagements ist es sinnvoll, den Unkrautdruck nach der Ernte zu verringern.

Lassen die äußeren Bedingungen eine mechanische Bekämpfung nicht zu, können die blattwirksamen glyphosathaltigen Mittel Verwendung finden. Dabei sollte auf ausreichende Blattmasse der zu bekämpfenden Unkräuter geachtet werden. Quecke benötigt 3 - 4 voll entwickelte, aufnahmefähige Blätter, Wurzelunkräuter sollen ca. 10 - 15 cm hoch oder breit sein. Ein  Wiederergrünen der Pflanzen nach der Ernte oder der Bodenbearbeitung muss abgewartet werden.  Unkräuter mit Trockenschäden sollten wegen schlechter Blattaufnahme zunächst nicht behandelt werden. Wasseraufwandmengen bis 200 l/ha sind optimal. Idealerweise sollte nach Behandlungen mindestens 7 Tage bis zur folgenden Bodenbearbeitung gewartet werden. Bei einzelnen Glyphosatmitteln gibt der Hersteller an, dass bei einjährigen Unkräutern bereits 6 Stunden nach Anwendung mit der Bodenbearbeitung begonnen werden kann und bei Quecke nach 2 Tagen. Bei weiteren mehrjährigen Unkräutern dann nach 4 Tagen. Nach Kalkung oder Gülle-/Klärschlammausbringung muss gewartet werden, bis die Pflanzen wieder frei von den organischen Resten sind und die Blätter aufnehmefähig. Grundsätzlich ist wüchsige Witterung für einen schnellen Bekämpfungserfolg günstig.

Schwefelsaures Ammoniak (SSA) beschleunigt die Wirkung und verbessert den Erfolg, besonders bei kalkhaltigem Wasser. Tendenziell können die SSA-Mengen bei den neueren Formulierungen reduziert werden von üblicherweise 10 auf 2,5 kg SSA /ha. Je kalkhaltiger, bzw. härter das verwendete Wasser desto mehr SSA Zugabe ist sinnvoll. 5,0 kg/ha sollten dann eingesetzt werden. SSA zuerst in den Tank geben, dann das Pflanzenschutzmittel.


Mit Kyleo ist ein tallowaminfreies Herbizid mit Glyphosat und Wuchsstoff  2.4 D einsetzbar. Der Vorteil gegenüber Solo-Glyphosatmitteln liegt in der verbesserten Wirkung gegen Schachtelhalm Winde, Knöteriche, Storchschnabel. Die Distelwirkung tritt schneller ein. Gegenüber der Tankmischung der Soloprodukte wird ein Wirkungsvorteil erreicht. Zugabe von 3 kg/ha SSA kann die Wirkung verbessern, obwohl ein Netzmittel in Kyleo ist. Die ausgebrachte Glyphosatmenge ist durch Verwendung des zweiten Wirkstoffs reduziert gegenüber der reinen Glyphosatanwendung. Dies ist aber nur bei einer Unkrautbekämpfung von Vorteil, nicht, wenn es um Ungrasbekämpfung geht. Nachteil ist, dass wegen des enthaltenden Wuchsstoffes 2,4-D sensible Kulturen auch bei Kontakt des Keimlings mit geringen Mengen Restwirkstoff im Boden negativ reagieren können.

Starane XL bietet die Möglichkeit zur Windenbekämpfung ohne Glyphosat.

Empfohlene Abstände zwischen Anwendung von Kyleo und Aussaat der Folgekultur:
Vor Kartoffeln, Sonnenblumen, Zuckerrüben, Gemüse 60 Tage
Vor Luzerne, Ackerbohne, Erbse, Flachs, Raps, Senf 28 Tage
Vor Sorghumhirse, Zwischenfrucht Phacelia 14 Tage
Vor Getreide 3 Tage
Vor Mais 1 Tag

 

Glyphosatprodukte nach der Getreideernte, Auswahl

Glyphosat
in g/l
l/kg/ha
nach Ernte
l/kg/ha
bis 2 Tage
vor Saat
l/kg/ha
vor Auflauf bis
5 Tage nach Saat
Oberflächen-
gewässer
Gewässerabstand bei Flächen
mit Hangneigung > 2 %,
außer Mulch/Direktsaat
bei angrenzenden
Saumstrukturen außer in
Kleinstrukturgebieten
Roundup Rekord 720 2,5 0 m 10 m 20 m; mit 90% Düse 0 m
Roundup PowerFlex 480 3,75 3,75 3,75  0 m 10 m 20 m; mit 90% Düse 0 m
Dominator 480 TF 480 2,25 0 m 5 m 0 m
Dominator 480 TF 480 3,75 3,75 0 m 5 m 20 m; ab 50% Düse 0 m
Glyfos Dakar 680 1,6 1,6 0 m 0 m 20 m; ab 50% Düse 0 m
Glyfos Dakar 680 2,65 0 m 0 m 20 m; ab 75 % Düse 0 m
Glyphos TF Classic 360 5,0 3,0 3,0 0 m 0 m 20 m; ab 50% Düse 0 m
Plantaclean 450 Premium 450 4,0 0 m 10 m 20 m; ab 50% Düse 0 m
Glyfos Supreme 450 2,4 2,4 0 m 0 m 20 m; ab 50% Düse 0 m
Glyfos Supreme 450 4,0 0 m 0 m 20 m; ab 75% Düse  0m
Kyleo 240
+2,4-D
5,0 5,0  5 m;
ab 75 % Düse 0 m
0 m
nicht auf
drainierten Flächen
25 m; mit 90% Düse 5 m

Für glyphosathaltigen Mittel gilt die Einschränkung:
Bei der Anwendung des Mittels ist ein Abstand von 40 Tagen zwischen Spritzungen einzuhalten, wenn der Gesamtaufwand von zwei aufeinanderfolgenden Spritzanwendungen mit diesem und anderen Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln die Summe von 2,9 kg Glyphosat/ha überschreitet. (NG352)

Bleibt man also mit 2 Behandlungen insgesamt unter 2,9 kg/ha Wirkstoff, ist auch der 40-Tage-Abstand nicht notwendig.

 

Schlagspezifische Risikoanalyse vor Applikation
Nicht glyphosat-haltige Produkte nach der Getreideernte, speziell zur Windenbekämpfung

Wirkstoffe
in g/l
l/kg/ha
nach Ernte
Oberflächen-
gewässerabstand je nach Düse:
Gewässerabstand bei Flächen
mit Hangneigung > 2 %,
außer Mulch/Direktsaat
bei angrenzenden
Saumstrukturen außer in
Kleinstrukturgebieten
Starane XL Fluroxypyr + Florasulam
100 + 2,5
1,8 10 m;
50 und 75 % Düse 5 m
90 % Düse 0 m

0 m 20 m;
mit 75 oder 90% Düse 0 m,