Resistenzsituation Pilzerreger

30.01.2019 

Azole:

Bei Septoria tritici vereinzelt Wirkungsverluste in der Kurativwirkung. Aktuell eine leicht ansteigende Sensitivitätsverschiebung der Erregerstämme. Gegen Mehltau nur noch mäßige Wirkung vorhanden. Keine Probleme bezüglich der Braunrostbekämpfung. Gelbrost: Jährliche Verschiebung der Erregerstämme, aber bisher allgemein sichere Wirkung.  Bei Rhynchosporium besteht derzeit kein erhöhtes Risiko. Netzflecken wiesen in den vergangenen Jahren ein starkes Shifting auf, Wirkungssicherheit von Azolen muss hier weiter beobachtet werden. Bei Ramularia nicht mehr ausreichende Wirkung.

Carboxamide:
 In Weizen derzeit  Wirkung im Feld relativ stabil, aber ein Anstieg von sogenannten „soften Mutationen“ feststellbar. Stärkeres Auftreten von nicht sensitiven Gerstenstämmen bei Netzflecken, zur Wirkungsabsicherung sollte daher Cyprodinil mit einbezogen werden. Die Carboxamid-Gruppe ist nicht kreuzresistent mit Strobilurinen. Gegen Ramularia keine ausreichende Wirkung mehr gegeben, der Zusatz von Chlorthalonil-Produkten notwendig.

Strobilurine:.

 Verbreitete Resistenz gegenüber Septoria tritici. Gegen DTR nur mäßige, teils nicht ausreichende Wirksamkeit. Bezüglich Braunrost und Gelbrost keine Resistenzproblematik. Bei Netzflecken weiter abnehmende Wirkung und bei Rhynchosporium bis auf Einzelfunde noch kein Problem. Bei Ramularia collo-cygni resistenzbedingt schlechte Wirkung. Gegen Microdochium nivale und Zwergrost kann von guter Wirkung ausgegangen werden, nur vereinzelt wurden auffällige Proben gefunden.

Kontaktmittel:
Die multi site Inhibitoren wie Chlorthalonil und Mancozeb wirken unspezifisch an  verschiedenen Wirkorten, selektieren daher weniger stark und weisen kaum Resistenzrisiko auf. Gegen Ramularia derzeit nur Chlorthalonil stabil. Solo gegen alle anderen Krankheiten aber nicht ausreichend wirksam.

sonstige:
Mehltau: Talius und Vegasin Hessen noch  wirksam, in Schleswig Holstein  schwer bekämpfbare Stämme bis zum vollständigem Wirkungsverlust..