Beizung von Sommergetreide

Stand: 28.01.2022
Im Konsumanbau ist Sommergerste insbesondere gegen die Streifenkrankheit und der Sommerweizen vorwiegend gegen Weizensteinbrand zu beizen. Wird Saatgut vermehrt, muss dieses zusätzlich gegen Flugbrand gebeizt sein. 
Bei Hafer ist im Konsumanbau eine Beizung nicht notwendig, da der Haferflugbrand in Hessen keine größere Bedeutung hat. Nur bei Saatgutvermehrung sollte eine Beizung gegen Flubrand durchgeführt werden.
Der Einsatz des Spezialbeizmittels Latitude gegen Schwarzbeinigkeit (Zulassung Weizen) ist in Sommerweizen nicht notwendig.

Übersicht ausgewählter Beizen (Angaben in ml/dt Saatgut)

Beize                              

Wirkstoffgehalt            
g/l bzw. g/kg    

Sommerweizen Sommergerste Sommerhafer

Stein-
brand 

Flug-
brand
Schnee-
schimmel
Fusa-
riosen
Septoria
nodorum
Streifen-
krankheit
Flug-
brand
Schnee-
schimmel
Netz-
flecken
Rhyncho-
sporium    
Typhula Mehltau Flug-brand Schnee-
schimmel
Arena C 25 Fludioxonil
5 Tebuconazol
Verdünnung mit Wasser im Verhältnis 1:1 zur besseren Einzelkornverteilung möglich.
Zugabe von 80 ml/dt Formel M empfohlen.
200 200 200 200 200
Celest
25 Fludioxonil Kleber ist schon vorhanden. Verdünnung mit Wasser im Verhältnis 1:1 zur besseren Einzelkornverteilung möglich. 200 200 200 200
Landor CT
20 Difenoconazol
25 Fludioxonil
5 Tebuconazol
Verdünnung mit
Wasser im Verhältnis
1:1 bis 1:3 möglich. Aussaat
kann nach 5-7 Stunden
beginnen.
200 200 200 200 200 200 200 200
Rubin Plus 33,3 Triticonazol
33,3 Fluxapyroxad
33,3 Fludioxinil
150 150 150 150 150
incl.
Hart-
brand
150 150 150
Cedomon

(Biobeize)
Bakterienbeize mit
Pseudomonas chlororaphis Stamm MA 342
zur Befallsminderung 750 750
Cerall Bakterienbeize mit
Pseudomonas chlororaphis Stamm MA 342
zur Befallsminderung 1000 1000 1000
Latitude XL in Weizen, Gerste, Triticale mit 200 ml/dt Saatgut zugelassen. Ausschließlich gegen Schwarzbeinigkeit wirksam.
Separate Anbeizung zu Standardbeize notwendig. In Sommergetreide aber normalerweise keine Notwendigkeit der Anwendung.

Kein Saatgut  offen liegen lassen, da Gefahr für Vögel und Kleinsäuger besteht. Vor Ausheben der Schare Dosiereinrichtung rechtzeitig abschalten, um Nachrieseln zu verhindern.

Bei Vorratsbeizung ist neben der natürlichen, beizmittelunabhängigen Alterung des Getreides eine Abnahme der Keim-und Triebkraft möglich.
Wasserverdünnte Beizen sollten innerhalb von drei Tagen nach der Beizung ausgesät werden.