Terminierung der Maiszünslerbekämpfung
Situation Maiszünsler (Stand:16.06.2026)
Im Süden Hessens ist die Temperatursumme soweit fortgeschritten, dass der Zuflug der univoltinen Zünslerrasse unmittelbar bevorsteht.
Die univoltine Rasse bildet pro Jahr eine Generation und ist in Hessen dominierend. Aufgestellte Zünslerfallen und Schlupfkäfige werden engmaschig kontrolliert.
Der erste Termin bei der 2-maligen Ausbringung von Trichogramma-Schlupfwespen zur biologischen Bekämpfung muss zum Zuflug der Weibchen erfolgen.
Über das ISIP- Monitoringtool können die Fänge verfolgt werden, welche in Pheromon- und Lichtfallen im Rahmen der amtlichen Schaderregerüberwachung erfasst werden.
Bislang wurden Männchen der univoltinen Rasse bei Rodgau sowie erste Falter in Pfungstadt gefangen.
Ab Mittwoch der laufenden KW 25 werden die Temperaturen stark ansteigen mit Werten über 30°, sodass der Schlupf im Süden vielerorts losgehen wird.
Termine für 2-malige Trichogrammaausbringung (univoltine Rasse):
- Südhessen-Hess. Ried: Ausbringung 1. Termin am 19. Juni 2026
- Südhessen Raum Groß-Umstadt: Ausbringung 1. Termin am 19. Juni 2026
- Main-Kinzig/Wetterau/Westhessen: Ausbringung 1. Termin am 23. Juni 2026
- Mittel- und Nordhessen: Termin noch nicht erreicht
Chemische Bekämpfung (univoltine Rasse):
Diese erfolgt optimal zum Larvenschlupf.
- Südhessen: Termin noch nicht erreicht.
- Wetterau/Westhessen: Termin noch nicht erreicht
- Mittel- und Nordhessen: Termin noch nicht erreicht.
Ausnahmefall: Bivoltine Rasse (Stand: 11.06.26)
Im Süden Deutschlands tritt regional auch die bivoltine Rasse auf.
Die bivoltine Rasse des Maiszünslers (Ostrinia nubilalis) bildet zwei Generationen pro Jahr aus.
- Erste Generation (Frühsommer): Falterflug ab Ende Mai bis Mitte Juni. Larven fressen zunächst in den Stängeln.
- Zweite Generation (Spätsommer): Falterflug ab August. Die Larven schädigen primär durch direkten Kolbenfraß, was zu einer starken Belastung mit Pilzen (z. B. Fusarien) und Toxinen (Mykotoxinen) führt.
Bedingt durch den Klimawandel breitet sie sich von Südeuropa und Süddeutschland immer weiter nach Norden aus. Sie schädigt stärker, als die univoltine Rasse, da die Raupen der zweiten Generation direkt die Kolben befallen und so nennenswerte Ernteverluste sowie Schimmelpilzgifte verursachen können.
Situation Hessen (bivoltine Rasse)
Im Raum Viernheim wurden bereits in der vorletzten Woche Zünsler in der Falle gefunden. Örtlich findet in dieser Region jetzt bald der Larvenschlupf statt. Es ist wahrscheinlich, dass es sich hierbei um die bivoltine Rasse handelt, die in Baden-Württemberg bereits vorkommt und nun Hessen erstmals erreicht.
Kontrollieren Sie Ihre Bestände in dieser Region auf Eigelege.
Je nach Situation kann bei Funden eine chemische Bekämpfung, bevorzugt mit Coragen, zum Larvenschlupf sinnvoll sein. Dieser wird Ende der KW 24 erwartet.
