Bekämpfung des Drahtwurms
Stand: 02.04.2026
Aktuelle Situation
Allgemein ist eine Zunahme des Drahtwurmbefalls in Kartoffeln in den letzten Jahren festzustellen. Mehrere Faktoren begünstigen die Ausbreitung des Drahtwurms:
Durch die Zunahme des Zwischenfruchtanbaues wird den Drahtwürmern ein geeigneter Lebensraum geboten. Dort, wo Landwirte auf Minimalbodenbearbeitung setzen, wird der Lebensraum nicht mehr ausreichend zerstört. Hinzu kommt, dass wirksame Insektizide wie Goldor Bait nicht mehr vorhanden sind.
Warum muss der Drahtwurm bekämpft werden?
Durch eine Drahtwurmbekämpfung produziert man mehr vermarktungsfähige Ware. Darüber hinaus verringert man den Aufwand bei der Sortierung.
Wie kann man den Drahtwurmbesatz durch ackerbauliche Maßnahmen reduzieren?
Grüne Brücken vermeiden, um den Lebensraum des Drahtwurms auszutrocknen und das Nahrungsangebot zu verknappen. Mehrfache Stoppelbearbeitung (wirksame Maßnahme) zerstört die frischen Eigelege des Drahtwurm aus dem Frühsommer. Stroh abfahren, um den Boden auszutrocken.
Möglichkeiten der Drahtwurmbekämpfung
Spintor GR: Das Mittel wird mit 12 kg/ha in die Pflanzreihe mit Granulatstreueinrichtung beim Legen ausgebracht. Verschiedene bußgeldbewehrte Anwendungsbestimmungen sind zu beachten.
Ercole (Wirkstoff Lambda Cyhalothrin 4 g/kg). Wird auch unter Karate 0.4 GR vertrieben. Die Aufwandmenge liegt bei 15 kg/ha. Wird beim Legen in die Furche ausgebracht (Fishtail-Schar). Keine Anwendung auf drainierten Flächen. Verschiedene bußgeldbewehrte Anwendungen sind zu beachten.
Weitere Hinweise bei Klick auf den blauen Button (s.u.).
Die geeigneten und aktuell gelisteten Geräte sind auf der Homepage des Julius Kühn-Instituts einzusehen.
Weitere Informationen zur Drahtwurmbekämpfung
Wenn Kalkstickstoff (400-500 kg/ha) vor dem Häufeln ausgebracht wird, kann auf stark befallenen Flächen eine Teilwirkung gegen den Schädling erzielt werden. Um den Wirkungsgrad zu erhöhen, muss die Kalkstickstoffdüngung in die Fruchtfolge integriert und jährlich auf der befallenen Fläche ausgebracht werden.
Durch eine konsequente Unkraut- und Ungrasbekämpfung im Frühjahr wird die Attraktivität der Fläche für die Eiablage der Schnellkäfer reduziert.
Möglichkeiten der Feststellung von Drahtwurmbefall mit dem Köder-Nachweis-Verfahren
Zur Kontrolle der Drahtwurmpopulation drei Wochen vor der Kartoffelpflanzung an vier Stellen des Feldes von je 0,25 m² vier Kartoffelhälften in 5 - 10 cm Tiefe vergraben. Schäden nach einiger Zeit kontrollieren.
- 5 x 4 Häufchen keimendes (24 h vorgequollenes) Getreide pro m² in 30 cm Abstand auslegen (mit Erde bedecken und markieren). Schäden kontrollieren.
- Alternativ kann man auch Bodenproben ziehen (4 x 0,25 m2 x Pflugtiefe) und diese visuell auf das Vorhandensein von Larven untersuchen.