Grünland

Warndienst vom 5. Juli 2024


Hinweise zum Jakobskreuzkraut
Das Jakobskreuzkraut (JKK) macht besonders auf lückigen Weideflächen Probleme, die extensiv geführt werden. Die Pflanze besiedelt Stellen, an denen wenig Konkurrenz durch andere Pflanzen vorherrscht.
Durch ordentliche Weideführung (Düngung, Mulchen von überständigem Bewuchs, Nachsaat etc.) wird mittelfristig für einen dichten Grasbestand gesorgt, sodass sich JKK erst gar nicht etablieren kann.
JKK kann man chemisch nur im Rosettenstadium bekämpfen.
Das geeignetste Mittel ist Simplex. Bei einer Flächenbehandlung sind 2 l/ha anzusetzen. In der Rückenspritze ist eine 1 %ige Lösung anzumischen.

Beispiel zum Einsatz von Simplex: Auf 10 Liter Wasser kommen 100 ml Simplex. Dieses Mittel darf nur von Personen ausgebracht werden, welche über einen Sachkundenachweis verfügen. Wenn diese Flächen Teil des Agrar-Umweltprgrammes sind, dürfen chemische Maßnahmen nicht angewendet werden.

Konkrete Maßnahmen bei Problemen auf Pferdeweiden
1. Flächen ausmähen und Aufwuchs abfahren. Aufwuchs nicht verfüttern. Bei geringem Bewuchs mulchen statt mähen.

2. Warten, bis die JKK-Pflanzen das Rosettenstadium ausgebildet haben.

3. Behandlung der Einzelpflanzen mit einer 1 %igen Lösung Simplex (wie oben beschrieben). Die Wartezeit des Mittels liegt bei 7 Tagen. Nach 11-14 Tagen Bestand erneut mulchen.

4. Beweidung ist wieder möglich, aber nur, wenn es keine Ausweichflächen gibt. Vorher müssen die JKK-Pflanzenteile jedoch komplett verfault bzw. zerbröselt sein. Besser ist es jedoch, in dem Jahr auf Beweidung zu verzichten. Stattdessen Nachsaat mit Deutschem Weidelgras. Durch eine Nachsaat im Herbst kann der Bestand die Herbstfeuchte besser nutzen und sich schneller entwickeln. Beweidung würde dann stören. Im Frühjahr Bestand andüngen. Falls im Herbst nicht geschehen, Nachsaat mit Deutschem Weidelgras. Nachsaat sollte dann mindestens alle zwei Jahre mit etwa 5 kg/ha Weidelgras erfolgen.

5. Kontrolle, ob JKK-Pflanzen nachkommen (auf Grund des Samenpotenzials im Boden. Samen bleiben evtl. mehrere Jahre im Boden lebensfähig).

6. Wenn Pflanzen vorhanden sind, im Rosettenstadium mit Simplex analog zu Punkt 3 nachbehandeln und warten, bis die Pflanzen verfault sind, oder ca. 10-14 Tage nach der Spritzung ausstechen.

7. Beweiden

8. Nach Beweidung Bestand mulchen und abermals schauen, ob JKK nachkommt.

9. Wenn eine weitere Behandlung notwendig ist, muss das Mittel gewechselt werden, da Simplex nur einmal in der Vegetationsperiode angewendet werden darf. Dann Beratung anfordern.

Bei der Anwendung von Simplex ist folgendes zu beachten
Simplex darf nur auf Flächen mit dauerhafter Weidenutzung oder nach dem letzten Schnitt angewendet werden. Keine Schnittnutzung (Gras, Silage oder Heu) im selben Jahr nach der Anwendung. Futter (Gras, Silage oder Heu), von mit Simplex behandelten Flächen, sowie Gülle, Jauche, Mist oder Kompost von Tieren, deren Futter von behandelten Flächen stammt, darf nur im eigenen Betrieb verwendet werden.

Jakobskreuzkraut
Jakobskreuzkraut

Drucke diesen Beitrag