05.04.2019 | Kategorie: Musterwarndienst, Raps

Warndienst Ackerbau vom 5. April 2019

Aktuelle Situation
In Südhessen werden die Rapsbestände mit Einzug der nächsten Warmphase aufblühen. Mit Aufblühen der Bestände werden sich die Rapsglanzkäfer hier auf die blühenden Pflanzen verteilen, sodass die Gefahr einer Ertragsschädigung dann rapide sinkt und eine Bekämpfung des Rapsglanzkäfers dann nicht mehr erforderlich ist. Sofern sich der Raps im Knospenstadium befindet, sollte nach Schwellen (siehe letzter Warndienst) bekämpft werden. 

Von Mittel nach Nordhessen hinein befindet sich der Raps derzeit voll im Knospenstadium, wobei das Knospenstadium in den Höhenlagen teils noch nicht voll erreicht ist.

Situationsbezogene Bekämpfungsempfehlungen für Schädlinge im Vorblütebereich finden sich im Warndienst vom 25. März 2019.


Blütenbehandlung
Das Auftreten der Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) ist sehr witterungsabhängig. Mit Hilfe von Prognosesystemen kann die Wahrscheinlichkeit des Auftretens durch Berücksichtigung der Witterung berechnet werden. Prognosesysteme geben Hinweise auf die Gefahr für eine Infektion, sind jedoch derzeit als alleiniger Entscheidungsgeber für oder gegen eine Behandlung noch nicht exakt genug.

Ein Prognosesystem für Sklerotinia finden Sie hier. Falls die Geocodierung nicht unterstützt wird, klicken Sie auf O.K. und geben Sie die Postleitzahl ein.

Grundsätzlich gilt: Die Vollblüte ist  in der Regel  der optimale Termin für eine Behandlung gegen Sklerotinia, dem Erreger der Weißstängeligkeit, d.h. wenn 50 % der Blüten geöffnet sind und erste Blütenblätter abfallen.
Ab BBCH 65 sollte in rapsintensiven Anbaugebieten vorbeugend mit einem in Bezug auf den Bienenschutz geeigneten Fungizid, vorzugsweise Proline u.a. zur Vollblüte behandelt werden. Gute Wirkungen im Starkbefallsjahr 2016 und 2017 zeigten auch Propulse und Cantus Gold. Grundsätzlich sollte auf die Beimischung von Insektiziden verzichtet bzw. maximal eine Randbehandlung mit Biscaya (300ml/ha) gegen Schotenschädlinge durchgeführt werden.

Hinweise zur Behandlung
Grundsätzlich sollte abends bei langsamer Fahrgeschwindigkeit behandelt werden (ca. 4-5 km/h mit mindestens 300 l/ha Wasser).

Bitte informieren Sie (sofern möglich) vor der Behandlung den/die Imker in Ihrer Region, um Interessenskonflikte schon im Vorfeld zu vermeiden.

Mit Hilfe von "tiefergelegten Düsen" (Droplegdüsen) kann der Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in Bienenstöcke verhindert bzw. stark reduziert werden.

Hessische Erfahrungen und  Versuchsergebnisse zum Einsatz der Droplegtechnik zur Rapsblüte  (Quelle: DLG-Mitteilungen 03/ 2018)

 

Nähere Hinweise zur Blütenbehandlung

Blühbeginn Raps

Vollblüte Raps