20.05.2019 | Kategorie: Kartoffel, Musterwarndienst

Warndienst Ackerbau vom 20. Mai 2019

Kartoffelkäfer
Derzeit ist das Auftreten von Kartoffelkäfern noch moderat. Dieses kann sich mit Anstieg der Temperaturen schnell ändern.

Bei der Bekämpfung des Kartoffelkäfers ist folgende Schadensschwelle zu beachten:

  • 15 Eier bzw. Larven/Pflanze oder 20% Blattverlust durch Fraß
  • größere Wirkungsverluste bei nicht sachgemäßer Anwendung!

Zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers stehen Präparate aus verschiedenen Wirkstoffgruppen zur Verfügung.

Wichtig: Bei mehreren Anwendungen ist grundsätzlich ein Wirkstoffwechsel vorzunehmen, um Resistenzen vorzubeugen!

Aufgrund der guten Dauerwirkung sind Präparate wie Coragen, Biscaya, Mospilan SG u.a. den Pyrethroiden vorzuziehen.

Allgemeine Info zum Bienenschutz
Insbesondere bei stärkerem Blattlausbesatz  (mehr als 500 Läuse je 100 Fiederblätter) kommt es zu Honigtaubildung. Dann keine Insektizide mit B1-Einstufung einsetzen. Das Gleiche gilt bei blühenden Unkräutern im Bestand. 


Beim Einsatz der Pyrethroide ist zu beachten:

  • kein Schutz des Blattneuzuwachses, was bei starkem Krautwachstum bedeutsam ist. Dann bevorzugt Coragen, Biscaya u.a. einsetzen
  • gute Wirkung gegen kleine Larven; rechtzeitige ev. Zweitbehandlung
  • keine Anwendung bei hohen Temperaturen (über 25°C)
  • keine Mehrfachbehandlungen hintereinander; Resistenzgefahr!

Eine Präparateauswahl zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers verbirgt sich hinter folgendem Link:

Präparate zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers

Bekämpfung von Blattläusen als Virusvektoren in Pflanzkartoffeln


 

Krankheitsbekämpfung

Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) / Alternaria
Die Kraut- und Knollenfäule ist die wichtigste Pilzerkrankung im Kartoffelanbau.

Grundsätzliche Hinweise zur Krautfäulestrategie, zu Bekämpfungsempfehlungen  einschließlich zur Bekämpfung von Alternaria finden sich hier.


Aktuelle Situation Krautfäule  

Derzeit ist das Ende der befallsfreien Zeit für Kartoffeln, die nicht mit Folie abgedeckt waren, noch nicht erreicht. Für Kartoffeln, die um den 10. Mai aufgelaufen sind, wird dieses jedoch in Teilen Südhessens um den Monatswechsel Mai/Juni herum erwartet (siehe Link Phytophtora-Negativprognose weiter unten).

Empfehlung
Mit den jetzt zu erwartenden hohen Temperaturen wird das Krautwachstum richtig in Gang kommen. Daher sollte zum Spritzstart ein systemisches Präparat wie Zorvec Enicade (+ Manzate), Ridomil MZ Gold, Infinito, Fantic M WG oder Proxanil+Ranman eingesetzt werden.


Aktuelle Hinweise zum Spritzstart und den Folgebehandlungen erhalten Sie über unseren telefonischen Ansagedienst unter der Telefonnummer: 0641-303-5246.


Als Hilfestellung für die  Terminierung der Pflanzenschutzmaßnahmen  können auch Prognosemodelle genutzt werden, die Infektionswahrscheinlichkeiten von Krankheiten, u.a. auch den Spritzstart gegen Krautfäule, regionsspezifisch vorhersagen.

Hinweis zur Nutzung der Prognosemodelle
Falls die Geocodierung nicht unterstützt wird, schließen Sie das Fenster der Mitteilung und geben Sie Ihre Postleitzahl ein.

Der Deutsche Wetterdienst bietet die Phytophthora-Negativprognose an. Wählen Sie das Bundesland aus und klicken Sie auf die nächstgelegene Wetterstation. Sobald die Berwertungszahl von 150 erreicht ist (je nach Auflauftermin der Kartoffeln), beginnt die Behandlungssaison, d.h. die befallsfreie Zeit ist dann vorbei.

 

Kartoffelkäfer

Kartoffelkäferlarve

Kraut- und Knollenfäule an Blättern