Krankheitserreger an Wintergetreide

Halmgrunderkrankungen an Weizen
Halmgrunderkrankungen an Weizen
streifig angeordnete Gelbrostpusteln an Weizen
streifig angeordnete Gelbrostpusteln an Weizen
Gelbrost
Gelbrost
gelbe Nester mit bekämpftem Gelbrost an Weizen
gelbe Nester mit bekämpftem Gelbrost an Weizen
mit Fungizid behandelter Weizen nach Gelbrostinfektion
mit Fungizid behandelter Weizen nach Gelbrostinfektion
Echter Mehltau an Stängel
Echter Mehltau an Stängel
Septoria tritici Symptome
Septoria tritici Symptome
Septoria tritici an Weizen
Septoria tritici an Weizen
Septoria tritici an Weizen
Septoria tritici an Weizen
DTR / HTR Blattdürre an Weizen
DTR / HTR Blattdürre an Weizen
Braunrost
Braunrost
Fusarium an Weizenähre
Fusarium an Weizenähre
mit Fusarium befallene Weizenkörner
mit Fusarium befallene Weizenkörner
Mutterkorn an Weizen
Mutterkorn an Weizen
Sortenspezifische Symptome einer genetischen Störung, unterschiedlich stark ausgeprägt, beginnend an der Spitze im Unterschied zu bakterieller basaler Spelzenbräune
Symptome der bakteriellen basalen Spelzenbräune Pseudomonas syringae an Weizen
Symptome der basalen Spelzenbräune Pseudomonas syringae an Grannenweizen
Symptome der basalen Spelzenbräune Pseudomonas syringae an Weizenährchen
Rhynchosporium- Blattflecken an Gerste
Rhynchosporium- Blattflecken an Gerste
Zwergrost an Gerste
Zwergrost an Gerste
Netzflecken an Gerste
Netzflecken an Gerste
Ramularia collo cygni an Gerste
Ramularia collo cygni an Gerste
Streifenkrankheit Drechslera graminea an Sommergerste
Streifenkrankheit Drechslera graminea an Sommergerste

Stand: 05.01.2018

Pilz Kultur Symptome Schaden Infektions - und Ausbreitungsbedingungen allgemeine Gegenmaßnahmen
Echter
Mehltau
Weizen
Gerste
Triticale
weiße Pusteln an Blättern, watteähnlich,
später grau-braun, auch an Ähren
Photosyntheseleistung von Fahnenblatt 
und F - 1 reduziert, daher geringeres 
TKG.
 Kornzahl/Ähre kann bei Starkbefall reduziert werden.

Fördernd: Warme, eher trockene Herbst - und Frühjahrswitterung mit Optimum bei 20 °C und 50-80 % rel. Luftfeuchte ohne länger anhaltende Blattnässedauer.

Frühe Aussaaten, dichte Bestände, sehr hohe N-Versorgung und anfällige Sorten fördern Ausbreitung. Erstbefall schon im Frühjahr während der Bestockung möglich. Auf älteren Blättern ungünstigere Bedingungen für Ausbreitung. Ab Ährenschieben ist Befall im unteren Blatt-und Stängelbereich
kaum ertregsrelevant und nicht bekämpfungswürdig.

Nach Ernte Ausfallgetreide beseitigen. Mehltautolerante Sorten bevorzugen, geringe Saatstärke, mäßige N-Andüngung im Frühjahr.
Zur Bestockung/Beginn Schossen Bekämpfung mit Fungiziden ab einer Mehltaupustel und 70 % befallenen Blättern, später 1 Pustel bei 70 % befallenen Blättern auf obersten 3 Blättern.
Septoria tritici
(Septoria Blattdürre,
Blattseptoria)
Weizen
Triticale
zunächst streifige, hellgrüne, dann grau-bräunliche unregelmäßig geformte Blattflecke, die von Blattadern begrenzt sind. Im Inneren noch mit bloßem Auge schwarze Fruchtkörper erkennbar. TKG reduziert Im Herbst Überdauerung auf Ernterückständen, besonders bei reduzierter Bodenbearbeitung. Von dort Infektion der neuen Aussaat. In milden Wintern Ausbreitung möglich.
Niederschlagsreiches Wetter mit Blattnässedauer von 2 Tagen und anschließend 2 Tagen sehr hoher rel. Luftfeuchte oder Blattnässe bei 15-25 °C führt zu Infektionen (Septoria-Timer als Anzeigegerät). Wegen langer Latenzzeit (Zeit von Infektion bis Symptomausprägung) von 3-4 Wochen (witterungsabhängig) ist optisch der Befallsbeginn nicht erkennbar. Bei ersten Symptomen ist Bekämpfung mit Fungiziden nur eingeschränkt möglich. In sehr anfälligen Sorten ist Bekämpfungsleistung ungenügend, da die heilende Wirkung nicht ausreicht. Weniger anfällige Sorten bilden weinger Sporenlager/Sporen (befallene Blattfläche) aus. Daher ist Epidemieverlauf deutlich schwächer und verläuft langsamer. Im Bestand geschieht die Sporenverbreitung durch Regenspritzer von den befallenen unteren zu oberen Blättern. Großräumig Sporenverbreitung über Wind.
Pflügen statt reduzierter Bodenbearbeitung, Spätsaat. Tolerante Sorten wählen. Langstrohige Sorten werden im oberen Bereich weniger gefährdet als kurzstrohige oder solche, die mit Wachstumsreglern sehr stark eingekürzt werden.
Bei feuchter Witterung über mehrere Tage ab 2- Blattstadium und weit entwickelten Beständen Behandlung mit Fungiziden einplanen.
Braunrost

Roggen
Weizen
Triticale

Rostbraune rundliche-ovale unregelmäßig auf  Blattoberseite verteilte Sporenlager mit leicht gelblichem Hof. Ab Blüte an Blattunterseite auch braun-schwarze Pusteln. TKG, Kornzahl/Ähre reduziert, Photosyntheseleistung bei Starkbefall reduziert. Ausbreitung im Frühjahr von befallenem (Ausfall-) Getreide bei warmem Wetter. 20-25 °C tags, 15 °C nachts mit Taubildung aber ohne Regen sind optimal für Infektionen. Ab Schossen, häufiger aber erst ab Ährenschieben deutlicher Erstbefall. Auch spätes Erstauftreten nach Blüte mit dann sehr schneller Ausbreitung möglich. Spätabreifende Sorten sind dann besonders gefährdet.
Vorangegangenes Rostjahr begünstigt Ausbreitung. 
Grüne Brücke ( Ausfallgetreide nach Ernte ) beseitigen. Tolerante Sorten bevorzugen. Später Aussaattermin. Fungizidmaßnahmen einplanen ab: 30 % befallene Pflanzen ab EC 32 oder erste Befallsnester. Bei warm-trockenem Wetter Kontrolle alle 3-5 Tage.
Gelbrost Weizen Streifige, längliche, gelbliche Sporenlager auf Blatt parallel zu Blattadern. Bei nesterweisem Auftreten in frühen Pflanzenstadien sind gelbliche befallene Blätter im Bestand gut sichtbar. TKG

von Winter - oder Ausfallgetreide ausgehend sind im Frühjahr schon bei kühler Witterung ab 5 °C erste Infektionen möglich. 
Ab 10 °C und hoher rel. Luftfeuchte (Taufeuchte nachts ausreichend) ist weitere starke Ausbreitung möglich. Die neuen Warrior-Rassen haben eine schnellere Generationsfolge als bisher bekannte Gelbrostrassen und können auch noch bei 20°C Neuinfektionen auslösen.
Ein vorangegangenes Rostjahr begünstigt Ausbreitung. 

Nach Ernte Ausfallgetreide beseitigen. 
Später Aussaattermin. 
Tolerante Sorten bevorzugen. Fungizidmaßnahmen einplanen ab: 30 % befallene Pflanzen oder erste gelbliche Befallsnester ab EC 30. 
Wöchentliche Kontrollen bis Ende Blüte.

Basale Spelzenbräune
Pseudomonas syringae
(Bakterienerkrankung)

Weizen von der Basis her Verbräunung der Spelze und des Korns:
Braunspitzigkeit
(Verwechslungsgefahr: braun vefärbte Körner können aber auch andere Ursachen haben)

Verringerte Keimfähigkeit, bis 8 % befallene Körner können toleriert werden für Getreide zu Konsumzwecken, zur Saatgutnutzung eher weniger.
Backeigenschaften beeinträchtigt.

Saatgutübertragbar. Während des Schossens feuchtes Wetter und nach dem Ährenschieben anhaltend nasses Wetter fördert das Auftreten. Saatgut aus befallsfreien Beständen wählen. Ernterückstände einarbeiten, Fruchtwechsel. Beizung und Fungizidspritzungen wirken nicht.
Pilz Kultur Symptome Schaden Infektions - und Ausbreitungsbedingungen allgemeine  Gegenmaßnahmen                         
Ramularia collo cygni Gerste Sprenkelnekrose mit gelbem Hof, durch Blattadern begrenzt. Photosynzhese reduziert, schnellere Abreife, ertragsschädigend latent schon ab Schossen vorhanden, sichtbar erst, wenn durch stärkere Sonneneinstrahlung nach kühl-feuchter Witterung ab Blüte Toxine im Blatt aktiviert werden. Kontaktwirkstoff Chlorthalonil ab BBCH 39, besser ab 49.
kaum Sortenunterschiede.
Septoria
nodorum
(Blatt - oder
Spelzenbräune
Weizen Nekrotische Blattflecke an Blattscheide, Blattachsel und Blattspreite. Zu Anfang noch gelblicher Hif um die Flecke. Auch Spelzenbefall an der Ähre möglich. Blattachselbefall als Unterscheidungsmerkmal zu HTR/DTR.  in letzten Jahren selten ertragsschädigend.
Durch übliche Fungizidmaßnahmen gegen andere Erreger wird Krankheit gut miterfasst.
TKG reduziert
Überwinterung an Ernterückständen besonders bei Vorkultur Weizen. Erste Neuinfektionen über Regenspritzer von Ernterückständen auf Blätter darüber, besonders in geschützten Lagen (z.B. entlang Hecken, Wald). Großräumige Sporenverbreitung über Wind. Feucht-warme Witterung um 20 °C mit anhaltenden Niederschlägen begünstigen Pilzepidemie. Inkubationszeit 6 - 12 Tage. Ernterückstände einarbeiten. Fungizidmaßnahme ab 37/39, wenn bei 12 % der Pflanzen auf oberen 4 Blättern Befall aufweisen.
DTR / HTR
(Drechslera 
tritici repentis)
Blattdürre
Weizen Dunkelbraune, zunächst nur wenige mm große Flecke mit
deutlichem gelbem Rand.
Photosyntheseleistung reduziert, vorzeitiges Absterben ganzer Blätter, reduziertes TKG Risiko besonders bei pflugloser Bodenbearbeitung. Überwinterung auf Stoppelresten. Bei Vorfrucht Weizen sind erste Infektionen von Stoppelresten schon ab Ende April möglich. Wechselnd feuchtes und trockenes Wetter mit warmen Temperaturen über 20 °C begünstigt Epidemie. Latenzzeit nur 3-4 Tage. Ältere Blätter werden zuerst befallen. Kein Weizen nach Weizen. Pflug - statt Mulchsaat. bei pfluglosen Beständen Kontrolle ab EC 32: Wenn mehr als 5 % der Pflanzen Befall auf oberen 4 Blättern  aufweisen, muss Behandlung zeitnah erfolgen wegen sehr kurzer Latenzzeit, also schneller Generationsfolge. Entsprechend Kontrollintervalle im Abstand von 3-4 Tagen bei Risikobedingungen.
Fusarium an
Ähren
Weizen
Triticale
Einzelne Kornanlagen sterben ab. Partielle Taubährigkeit entsteht. 
Rosafarbener Sporenbelag an Spelzen ab Milchreife erkennbar.
zunehmend bedeutungsvoll wegen
Vermarktungsproblemen.
Kornzahl/Ähre, TKG reduziert, in Körnern enthaltende Mykotoxine schränken Futter- Back - und Brauqualität deutlich ein. Marktfähigkeit herabgesetzt.
während Weizenblüte bei > 18 °C und hoher Luftfeuchte besonders nach Mais und nichtwendender Bodenbearbeitung. Mais - und Getreidestroh der Vorkultur einarbeiten. Tolerante Sorten wählen, fusariumwirksames Fungizid zur Blüte einsetzen.

 

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