Schneckenbekämpfung

Schneckenfrass an Raps
Schneckenfrass an Raps
Spanische Wegschnecke
Spanische Wegschnecke

Nur nach guter Rückverfestigung und bei feinkrümeligem Saatbeet erzielt die Schneckenbekämpfung ausreichenden Erfolg. Bei Mulchsaatverfahren oder wenn das Stroh auf der Fläche verblieben ist, sind gute Unterschlupfmöglichkeiten für Schnecken gegeben und das Schadrisiko ist entsprechend hoch. Die kleinen Ackerschnecken können dabei Regenwurmgänge als Unterschlupf nutzen. Von der Keimung bis zum Keimblattstadium, ev. auch bis 4-Blattstadium, kann akuter Schneckenbefall bis zum Totalausfall führen und wird ohne Kontrollmaßnahmen oft zu spät bemerkt. Bei Verwendung von Kontrollfolien o.ä. mit untergelegtem Schneckenkorn zur Überprüfung der Aktivität kann hingegen schneller auf beginnenden Befall auch von Kleinschnecken reagiert werden. Bei Befallsfeststellung ist umgehend eine Bekämpfung vorzunehmen. Bei anhaltendem Befall muss eine zweite Bekämpfung folgen. Eine Schadschwelle, ab der eine Bekämpfung empfohlen wird, gibt es bisher nicht. Besonders gefährdete Flächen sind Feldränder und Böden mit hohem Tongehalt, welcher trotz Bearbeitung grobschollig bleibt.
Metaldehyd entzieht der Schnecke Feuchtigkeit, sie trocknet aus. Metaldehyd wirkt am besten bei nicht zu nassem Wetter zwischen 10 - 18 °C.
Eisen III Phosphat lässt bei hohen Temperaturen in der Wirkung nach.  Schnecken stellen nach dert Aufnahme den Fraß ein und verkriechen sich im Boden, sterben dort ab und sind daher kaum zu finden.

Nasspressungen sind teurer als die wenig regenbeständigen Trockenpressungen, bei wechselhafter oder regnerischer Witterung, also "Schneckenwetter", aber zu bevorzugen. Bestandeskontrollen müssen auch nach einer erfolgreichen Behandlung fortgeführt werden. Streutabellen sind im Internet bei den Produktbeschreibungen der Präparate einzusehen.

 

 

Auswahl von Nasspressungen zur Schneckenbekämpfung

Stand: 23.10.2017

Mittel

Wirkstoff,
Konzentration
in %

Aufwand-
menge
kg/ha       

zugelassene
Anzahl der 
Anwendungen

Körner/m²*

link zur Streutabelle

Sluxx HP / Derrex*

Eisen III-Phosphat,

2,97

7 4 >60

Sluxx Streutabelle (Downloadbereich

Arinex**

Metaldehyd,

6

6 2 40

 Arinex Streutabelle

Patrol MetaPads G2*** Metaldehyd,
3
3 2 33 Patrol MetaPads Streutabelle
Delicia Schnecken-Linsen***

Metaldehyd,

3

3 2 33 Delicia Schnecke-Linsen Streutabelle
Metarex TDS

Metaldehyd,

5

7 2 30

Metarex TDS Streutabellen

Metarex Inov****

Metaldehyd

4

5 5, maximal
17,5 kg/ha/Jahr
Metarex Inov Streutabelle
Mollustop***

Metaldehyd,

3

3 2 33

Mollustop Streutabelle

Limares Techno**** Metaldehyd
5

7 2 30 Limares Techno Streutabelle
Axcela**** Metaldehyd
6
7 3 25 Axcela Streutabelle

Die Körnermengen/m² beruhen auf Herstellerangaben. Erfahrungsgemäß sollten ca. 35 Körner/m² nicht unterschritten werden, wenn die Zulassung dies ermöglicht.
Die angegebene Aufwandmenge sollte nicht unterschritten werden, da sonst die Lockwirkung wegen zu großem Köderabstand reduziert wird.
Die Anzahl der zugelassenen Anwendungen ist nicht zu überschreiten.

* = Zulassungsende 31.10.2017
** = Zulassungsende 31.12.2017
*** = Zulassunhsende 31.01.2018
**** Neue Zulassung mit geänderten Auflagen

Bei der Ausbringung sollte beachtet werden, dass die Produkte nicht in Häufchen ausgelegt werden (NT665), ein Sicherheitsabstand vom 5 Metern zu Saumstrukturen (NT115), also z.B. bewachsenem Feldrand eingehalten wird, bei über 70 % Kulturbedeckungsgrad (NT672)  und bei Vorkommen von Weinbergschnecken keine Ausbringung (NT870) stattfinden sollte. Diese Auflagen sind bei wieder oder neu zugelassenen Produkten obligatorisch, bei älteren Produkten sollten sie aus Vorsorgegründen beachtet werden.

 

zurück zur Übersicht Winterraps Herbst