Clearfield-System im Raps: Was verbirgt sich dahinter ?

Clearfield-Systeme sind Kombinationen von herbizidresistenter Sorte einer Kulturart und Komplementärherbizid, die ermöglichen, dass auch Unkrautarten abgetötet werden, die mit der Kulturart nah verwandt sind. Sorten ohne diese Resistenzeigenschaften würden durch das Herbizid abgetötet. Die Resistenz wurde mit herkömmlicher Zuchtmethodik eingebracht. 

Das Herbizid Clearfield Vantiga enthält  Metazachlor und Quinmerac (Vergleichbar mit 2l Butisan Top),  Imazamox (HRAC-Klasse B), sowie den  Formulierungshilfsstoff Dash.
Imazamox tötet  herkömmlichen Raps ab und schaltet  rapsverwandte Arten (Kreuzblütler) wie Raukearten, Hederich, Hirtentäschelkraut, orientalisches Zackenschötchen, Pfeilkresse u.a. im Nachauflauf aus.
Clearfield Vantiga daher nur in Imazamox toleranten Rapssorten (CL-Sorten) einsetzen!

Zusätzlich zu Clearfield Vantiga wurde in 2015 erstmals der Clearfield Vantiga Runway Pack angeboten, welcher ebenfalls nur in Imazamox toleranten Rapssorten (CL-Sorten) eingesetzt werden darf. Die Kombination mit dem Runway im Clearfield Vantiga Runway Pack schließt die Lücke bei größerer Kamille und ergänzt das Wirkungsspektrum um Kornblume mit Nebenwirkungen gegen Ackerstiefmütterchen sowie Ochsenzunge und Ackerkrummhals.

Seit April 2016 ist Clearfield Clentiga zugelassen.
Clearfield-Clentiga besteht aus den Wirkstoffen Quinmerac 250 g/l und Imazamox 12,5 g/l sowie Dash® E.C 596 g/l - ein spezieller wirkungsfördernder Zusatzstoff. Das Herbizid wird vom frühen Nachauflauf (ES 11) bis zum 6-Blatt-Stadium (ES 16) empfohlen. Clearfield-Clentiga kann entweder nach einem Vorauflauf- bzw. frühen Nachauflaufherbizid  mit einem ergänzenden Blattpartner eingesetzt werden.

Broschüre Clearfield-Raps

Im Folgenden einige Auszüge aus o.g. Broschüre (verändert):

Vorteile

  • Behandlung im Nachauflauf
    Beste Bekämpfungsergebnisse durch Clearfield-Vantiga im 2-3-Blatt-Stadium.  Die Behandlungsnotwendigkeit lässt sich zu diesem Zeitpunkt besser abschätzen.
  • Keine Nachbauprobleme bei Sulfonylharnstoffeinsatz in der Vorfrucht Getreide 
  • Bekämpfung von Altraps in Clearfieldbeständen

Probleme

  • Resistenzentwicklung wird gefördert
    Da Imazamox (WK B) auch eine Wirkung auf Ackerfuchsschwanz (Nebenwirkung) und Kamille hat, könnten in der Kultur Raps durch diesen Sulfonylharnstoff tolerante Pflanzen herausselektiert werden. Metazachlor wirkt auf Grund des späten Einsatzes schlechter und kann somit nur noch bedingt unterstützen.
  • Verwechslungsgefahr von Rapsschlägen- Einsatz in Raps, der keine Resistenzeigenschaften besitzt 
  • Ausfallrapsbekämpfung in anderen Kulturen
    CL-Ausfallraps kann nur noch mit wenigen Mitteln im Herbst bekämpft werden. Das schränkt den Werkzeugkasten der Möglichkeiten ein.
  • Einkreuzung in herkömmlichen Raps sowie Verbreitung durch Erntemaschinen

Da die Vorteile durch Probleme, die in der Zukunft zu vermuten sind, überlagert werden, sollten beim Anbau von Clearfieldraps wichtige Punkte beachtet werden:

  • Clearfieldraps nicht in Zuckerrübenfruchtfolgen anbauen.
  • Clearfieldraps nicht in unmittelbarer Nähe zu konventionellen Raps anbauen.
  • Mähdrescher, die aus CL-Flächen in konventionelle Flächen einfahren vorher gründlich reinigen. Kunden informieren, wenn vorher mit dem Mähdrescher durch eine Clearfield-Fläche gefahren wurde.
  • CL-Ausfallraps in den Folgekulturen intensiv bekämpfen.
  • Eingeschränkter Einsatz von Wirkstoffen der Klasse B  innerhalb der Fruchtfolge (In nur max. 2 von 4 Vegetationsperioden sollte WK B eingesetzt werden) u.v.m.

Allgemein wird in Hessen seitens der amtlichen Beratung  nicht die Notwendigkeit gesehen, das Clearfield-System breitflächig zu empfehlen. In speziellen Problemfällen (Starkverunkrautung Barbarakraut, Wegrauken etc.) kann jedoch mit der amtlichen Beratung ein Einsatz des Clearfieldsystems überlegt werden.