Unkraut - und Ungrasbekämpfung in Winterraps im Frühjahr

Bei Biogasgärresten auf Blättern wirken Herbizide nicht ausreichend
Zu Vegetationsbeginn ist das Stadium für eine Effigobehandlung mit der Freilegung der Knospen schnell beendet

Stand: 28.10.2017

Mittel                              Aufwandmenge
in l/kg/ha
gegen Hinweise
gegen Unkräuter Effigo 0,35  Klette, Kamille, Kornblume, aufgelaufene Distel,
Ausfallleguminosen

Blattaktiv, gute Benetzung auf trockene Bestände bei wüchsigem Wetter optimal.
Früher Einsatz kurz nach Vegetationsbeginn wichtig.
Behandlung bis spätestens Knospenstadium (Knospen noch durch Laubblätter abgedeckt, BBCH 50). Sonst nachhaltige Pflanzenschäden bei Raps durch Effigo und Blühverzögerung. Nach Effigo keine Leguminosen nachbauen.
Nicht mischbar mit Wachstumsreglern, Biscaya, Mospilan.
Mischbar mit Pyrethroiden.
Effigo sowie Lontrel nicht einsetzen, wenn im Herbst zuvor Runway verwendet wurde. (NG349, NG350)

Lontrel 720 SG

Vivendi 100

Cliophar 600 SL / Lontrel 600

0,167

1,2

0,2

Kamille, aufgelaufene Distel, Kornblume
(wenn Kamille nur bis 4 Blätter hat,
kann Aufwandmenge um 30 % reduziert werden)
Kompasslattich
s.o.
gegen Ungräser

Agil-S / Zetrola

Focus Ultra + Dash

Targa Super

Panarex

Fusilade Max

(Gallant & Select haben keine
Frühjahrszulassung in Raps. Nur für Herbst)

         0,75

    1,75 + 1,75

       1,25

       1,2

       1,0

         -

Ungräser wie Ausfallgetreide, Windhalm,
Ackerfuchsschwanz, Weidelgras, Trespen, Hirsen u.a.

-

Quecke: 2,5 + 2,5 Dash

Quecke 2,0

Quecke, Einjährige Rispe  2,25

Quecke 2,0

 -

 

(Haftmittelzusatz sinnvoll, außer bei Focus, hier ist Dash mit im Gebinde)

In lückigen Beständen, z.B. aufgrund schlechter Vorwinterentwicklung kann der Raps zu Vegetationsbeginn Konkurrenz durch Unkräuter bekommen. Die Notwendigkeit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, muss dann zu Vegetationsbeginn getroffen werden und eine eventuelle Bekämpfung zeitnah erfolgen.  Klette, Kamille und Kornblume  lassen sich noch ausreichend bekämpfen, Kornblume kaum und Storchschnabel nicht mehr.

Problemunkräuter wie Stiefmütterchen, Klatschmohn, Kornblume, Storchschnabel, Hellerkraut und Hirtentäschel sind in Getreide meist billiger und sicherer bekämpfbar.
Die Gräserbehandlung muss früh zu Vegetationsbeginn erfolgen, auch wenn die Temperaturen noch niedrig sind. Nur dann werden die Ungräser ausreichend von der Spritzbrühe benetzt. Bei niedriger rel. Luftfeuchte und damit einhergehender stark ausgebildeter Wachsschicht (während eines Hochdruckgebietes) keine Reduzierung der Aufwandmenge vornehmen. Auch die Unkrautbekämpfung muss kurz nach Vegetationsbeginn durchgeführt werden, da sonst der Kulturbestand die Unkräuter abdeckt. Lontrel und Effigo müssen bis spätestens zum Knospenstadium eingesetzt werden. Dann sind die Blütenknospen noch von den obersten Laubblättern dicht umschlossen. Später ist mit Schäden an der Kultur zu rechnen. Tankmischungen mit Wachstumsregulatoren sind möglich, meist ist deren Einsatz aber erst nach dem optimalen Herbizidtermin sinnvoll.

  • Bei nichtwendender Bodenbearbeitung nehmen tendenziell Trespen, Quecken, Rispenarten und Disteln zu und Winterweizen kann in nachgebauter Wintergerste zu Durchwuchsproblemen führen.
  • Nach Auswinterungsschäden kann es in lückigen Beständen zur starken Entwicklung von Herbstkeimern kommen oder Frühjahrskeimer nutzen den freien Standraum.
  • Bei sehr ungleichen Bestandesdichten kann eine Teilflächenbehandlung ausreichend sein.
  • Weitgestellte Fruchtfolgen tragen grundsätzlich zur Verringerung des Unkrautdruckes bei.

 

zurück zur Übersicht Winterraps Frühjahr