Trespenunterdrückung in Winterweizen im Herbst

Stand: 29.06.2017

Auf langjährig pfluglosen Flächen wachsen zunehmend Trespen vom Wegrand in die Fläche ein. Lückige Bestände, z.B. nach Auswinterungsschäden, begünstigen die Ausbreitung. Die Behandlung der Trespen im Herbst mit ausreichend hohen Mittelmengen von Atlantis ist die Basis einer erfolgreichen Bekämpfung. Verzettelt auflaufende Trespen können dann im Frühjahr mit einer 2. Behandlung erfasst werden. Für diesen Zweck steht nur die Klasse der Sulfonylharnstoffe zur Verfügung. Das bedeutet, dass ein Resistenzmanagement hier kaum angewandt werden kann.
Bei stärkerem Besatz kann im Herbst zur Wirkungssteigerung ein weiteres Haftmittel oder 10 kg/ha SSA oder 20-30 l/ha AHL zugesetzt werden, auch wenn die Gefahr von Kulturschäden steigt. Bodenherbizide allein haben nach hessischen Erfahrungen keine ausreichende Wirkung.

Deutsches Weidelgras (Bestimmungsmerkmale) wird mit Atlantis, Broadway, Axial oder Traxos ausreichend erfasst. Welsches Weidelgras (Bestimmungsmerkmale) zeigt sich als schwieriger bekämpfbar.

Tabelle:

Anwendung Herbizid HRAC l/kg/ha Hinweise
12 - 13 Cadou Forte Set
+ Atlantis WG + FHS
F,K,B 0,3 + 0,75 
+ 0,4 + 0,8

Die flufenacethaltigen Mittel Cadou, Herold und Malibu unterstützen die Trespenwirkung von Atlantis.

Sollte der Bekämpfungswerfolg der Herbstmaßnahme nicht ausreichen, bleibt für die Frühjahrsbehandlung nur die nochmalige Verwendung der HRAC-Gruppe B mit Attribut oder Atlantis.




12 - 13 Herold SC + Atlantis WG + FHS F, B 0,6 + 0,4 + 0,8
12 - 13 Malibu* + Atlantis WG + FHS K1, K3, B 3,0 + 0,4 + 0,8

00-10





12-21

1.Behandlung:
Cadou Forte Set
oder
Herold SC
oder
Malibu

2.Behandlung
im Herbst/Frühjahr:

Atlantis WG + FHS

oder im Frühjahr
Attribut + 30 l AHL


0,3 + 0,75;

0,6;

3,0


0,4 + 0,8


0,1 + 30 AHL

Spritzfolge. Vorteil: Das Bodenherbizid wird zum optimalen Termin verwendet und reduziert das Trespenaufkommen.

Anschließend richtet sich die 2. Maßnahme nach der Entwicklung der Trespen: Bei 2-3 Blättern Behandlung durchführen.
Sollte im Herbst nach der  geplanten 2. Behandlung nur noch wenige Tage Vegetationszeit zur Verfügung stehen, auf Frühjahr ausweichen.

* = Für pendimethalin- und prosulfocarb-haltige Mittel gelten folgende Anwendungsbestimmungen des BVL:
Mindestens mit 300 l Wasser/ha, 90 % Düsen verwenden, max. 7,5 km/h, nicht bei über 3 m/s Wind = 10,8 km/Stunde

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