Schneckenbekämpfung

Nacktschnecke

Stand: 11.10.2017

Verschiedene Nacktschneckenarten (Graue Ackerschnecke, genetzte Ackerschnecke, Spanische Wegschnecke, Rote Wegschnecke) können in Getreide zu Schäden führen. Vor dem Auflaufen der Getreidepflanzen kann im Boden das quellende Korn und der Keimling befressen werden.  Weizen ist die besonders gefährdete Getreideart. Später steht der oberirdische Fraß im Vordergrund, wobei der Schaden selten so groß ist wie in Winterraps. In feuchten Jahren besteht aber das Risiko des Massenauftretens. Besonders von Feldrändern, Hecken oder benachbarten Wiesen her ist eine Ausbreitung bei feuchten Bedingungen gegeben. Auch nach der Rapsernte und zu später Beseitigung des Ausfallrapses besteht über die grüne Brücke erhöhtes Ausbreitungsrisiko. Nichtwendende Bodenbearbeitung  eventuell noch in Verbindung mit nicht ausreichend abgesetztem klutigem Saatbeet fördert durch vermehrte Hohlräume die Schneckenaktivität. Entsprechend ist auf solch gefährdeten Flächen besonders auf Schnecken zu achten. Intensive Stoppelbearbeitung nach Ernte, Walzen nach Saat erschwert Schneckenausbreitung. Kontrollen sollten bereits sofort nach der Saat beginnen: Mit über Nacht aufgelegten Folien oder feuchten Jutesäcken lässt sich das Vorhandensein von Schnecken schnell ermitteln bevor Schäden eingetreten sind. Schleimspuren oder Blattfraß sind zumeist nicht sofort erkennbar. Bei Befallsgefahr kann es häufig ausreichend sein, zwecks  Einschränkung der Zuwanderung nur die Feldränder mit Schneckenkorn zu behandeln. Spezielle Schneckenkornstreuer sind meist besser als herkömmliche Düngerstreuer zur Ausbringung geeignet, da das Schneckenkorn dosierter und schonender ausgebracht wird, weil Mahlverluste im Streuer eher vermieden werden. Gute Verteilung ist deshalb wichtig, weil die Lockwirkung des Schneckenkorns je nach Schneckenart nur wenige cm beträgt.

Auswahl an nassgepressten Schneckenkornmitteln in Wintergetreide

Mittel

Wirkstoff,
Konzentration
in %

Aufwand-
menge
kg/ha       

zugelassene
Anzahl der 
Anwendungen

maximaler
Mittelaufwand
Körner/m² Anwendung Auflagen

link zur Streutabelle

Axcela Metaldehyd
4
3 30 bis
Bestockungsende
NT 115
NT 665
Limares Techno metaldehyd
5
7 2 bis
Bestockungsende
NT 870
NT 115
Sluxx HP

Eisen III-Phosphat,

2,97

7 4 60 ab Saat

Sluxx Streutabelle

Arinex

Metaldehyd,

6

6 2 40 ab Auflaufen bei Befallsbeginn NT 665

 Arinex Streutabelle

Patrol MetaPads G2 Metaldehyd,
3
3 2 33 ab Saat nach Befallsbeginn NT 665 Patrol MetaPads Streutabelle
Delicia Schnecken-Linsen

Metaldehyd,

3

3 2 33 ab Saat nach Befallsbeginn NT 665

Streutabellen von Düngerstreuerherstellern

siehe unten Seite 1

Metarex TDS

Metaldehyd,

5

7 2 42 nach Erreichen der
Schadschwelle
NT 665

Metarex TDS Streutabellen

Metarex Inv

Metaldehyd

4

5 5 17,5 kg/ha/Jahr nach Erreichen von Schadschwellen.

NT 115
NT 665
NT 672
Metarex Inov Streutabellen
Metarex Inov Metaldehyd 4 5 17,5 kg/ha/Jahr Reihenbehandlung bei der Saat und reihenbehandlung in Direkt -und Mulchsaaten NT 115
NT 665
NT 672
Metarex Inov Streutabellenmetarex
Mollustop

Metaldehyd,

3

3 2 35 ab Saat nach
Befallsbeginn
NT 665

Mollustop Streutabelle 2013


NT 115 :  Bei der Anwendung in Freilandkulturen ist ein Mindestabstand von 5 m zum bewachsenen Feldsaum einzuhalten.(also z.B. zu bewachsenem Feldrand)
NT 665:  Nicht in Häufchen auslegen.
NT 672:  Anwendung bis maximal 70 % Bodenbedeckungsgrad durch die Kulturpflanze
NT 870:  Das Mittel ist giftig für Weinbergschnecken. Bei einem Vorkommen von Weinbergschnecken (Helix pomatia und Helix aspersa) darf das Mittel nicht angewendet werden