Beizung

Beizung von Körnerleguminosen (Sommerformen)
Durch  Greeningmaßnahmen ist die Anbaufläche von Leguminosen angestiegen.
Eine Beizung des Leguminosensaatgutes dient zum Schutz vor bodenbürtigen Pilzen wie Pythium, Fusarium, Rhizoctonia u.a.. Insbesondere bei ungünstigen Aussaatbedingungen, feuchten und kalten Böden, bietet die Beizung eine Auflaufsicherheit.
Sie ist im Vermehrungsanbau grundsätzlich vorteilhaft und im Konsumanbau nur bei den genannten ungünstigen Bedingungen erforderlich. In Südhessen trat im Jahr 2016 vermehrt die Ascochyta-Brennfleckenkrankheit auf. Eine Beizung kann den Befall deutlich senken.


Präparate für die Kulturen
(Stand: 13.02.2017)

Futtererbsen: TMTD 98% Satec (200 g/dt), Wakil XL* (200 g/dt), Aatiram 65 (300 ml/dt) (nur zur Saatguterzeugung)

Ackerbohnen: TMTD 98% Satec (200 g/dt), Aatiram 65 (300 ml/dt)

Lupinen: TMTD 98% Satec (200 g/dt),  Aatiram 65 (250 ml/dt)

Sojabohnen: Aktuell keine Zulassung eines Mittels.

*Aussaat nur mit einem beim JKI eingetragenem Sägerät
Eine Beizung auf dem Hof ist mit den o.g. Beizmitteln nicht möglich. 

Die Anwendung erfolgt in einem speziellen Inkrustierungsverfahren (TMTD 98% Satec), bzw. in einer geeigneten Beizanlage. Auflagen auf Mittelebene sind zu beachten!

Hinweis
Leguminosen sind auf Knöllchenbakterien (Rhizobien) angewiesen; ohne regelmäßigen Anbau von Leguminosen verringert sich die Zahl der Knöllchenbakterien. Eine Impfung des Saatgutes mit lebenden Rhizobien (wie z.B. HiStick u.a.) sollte durchgeführt werden. Von besonderer Bedeutung ist dies bei Sojabohnen, da diese Rhizobien in europäischen Böden nicht vorkommen. Die Saatgutimpfung ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Anbau und sollte unmittelbar (max. 24 Std.) vor der Aussaat erfolgen. Daher rechtzeitig Kontakt mit dem Saatguthändler aufnehmen!