Beizung gegen Drahtwurm

Stand: 16.02.2018

Aktuelle Situation

Allgemein ist eine Zunahme des Drahtwurmbefalls in Kartoffeln in den letzten Jahren festzustellen. Mehrere Faktoren begünstigen  die Ausbreitung des Drahtwurms:
Durch die Zunahme des Zwischenfruchtanbaues im Zuge der geforderten Greeningmaßnahmen wird den Drahtwürmern ein geeigneter Lebensraum geboten. Dort, wo Landwirte auf  Minimalbodenbearbeitung setzen, wird der Lebensraum nicht mehr ausreichend zerstört. Hinzu kommt, dass wirksame Insektizide wie Goldor Bait  nicht mehr vorhanden sind.

Warum muss der Drahtwurm bekämpft werden?

Durch eine Drahtwurmbekämpfung wird vor allem der Anteil vermarktungsfähigerer Ware erhöht und der Sortieraufwand reduziert.

Wie kann man den Drahtwurmbesatz durch ackerbauliche Maßnahmen reduzieren?
Grüne Brücken vermeiden, um den Lebensraum des Drahtwurms auszutrocknen und das Nahrungsangebot zu verknappen. Mehrfache Stoppelbearbeitung (wirksame Maßnahme) zerstört die frischen Eigelege des Drahtwurm aus dem Frühsommer.
Stroh abfahren, um den Boden auszutrocken.

Biologische Möglicheiten der Drahtwurmbekämpfung
Zur Drahtwurmbekämpfung wurde für das Präparat ATTRACAP eine  Notfallzulassungen erteilt.
In Versuchen wurden bei schwachem Befall in Einzelfällen Wirkungsgrade  bis max. 60% erzielt. Diese liegen damit deutlich unter den mit  Goldor Bait (nicht mehr vorhanden) erreichten Wirkungsgraden.  Bei stärkerem Befall ist die Wirkung von Attracap kaum zu erfassen, sodass diese Maßnahme in diesen Fällen  nicht weiter hilft.

Hinweise zur Notfallzulassung für das Präparat ATTRACAP

Es werden weitere Notfallzulassungen zur Drahtwurmbekämpfung erwartet!

Hinweis: Klären Sie mit dem Handel ab, ob die Kartoffeln nach einer  Behandlung mit chemischen Präparaten (sofern vorhanden) zum Schutz vor Drahtwurm, angenommen  werden (Bei ATTRACAP  nicht notwendig).

Weitere Informationen zur Drahtwurmbekämpfung
Wenn Kalkstickstoff (400-500 kg/ha) vor dem Häufeln ausgebracht wird, kann auf stark befallenen Flächen eine Teilwirkung gegen den Schädling erzielt werden. Um den Wirkungsgrad zu erhöhen, muss die Kalkstickstoffdüngung in die Fruchtfolge integriert und jährlich auf der befallenen Fläche ausgebracht werden.
Durch eine konsequente Unkraut- und Ungrasbekämpfung im Frühjahr wird die Attraktivität der Fläche für die Eiablage der Schnellkäfer reduziert.

Möglichkeiten der Feststellung von Drahtwurmbefall mit dem Köder-Nachweis-Verfahren 
-Zur Kontrolle der Drahtwurmpopulation  drei Wochen vor der Kartoffelpflanzung an vier Stellen des Feldes von je 0,25 m² vier Kartoffelhälften in 5 - 10 cm Tiefe vergraben. Schäden nach einiger Zeit kontrollieren.

-5 x 4 Häufchen keimendes (24 h vorgequollenes) Getreide pro m² in 30 cm Abstand auslegen (mit Erde bedecken und markieren). Schäden kontrollieren.

-Alternativ kann man auch Bodenproben ziehen (4 x 0,25 m2 x Pflugtiefe) und diese visuell auf das Vorhandensein von Larven untersuchen.